Vattenfall plant vorerst keine weiteren Übernahmen
ddp | 04.03.2009
Berlin - Der schwedische Energieversorger Vattenfall plant nach der Übernahme des niederländischen Konkurrenten Nuon vorerst keine weiteren Unternehmenszukäufe. Dies sei eine "große Akquisition", weshalb nun die Integration Nuons Vorrang habe, sagte Tuomo Hatakka, Vorstandschef der Vattenfall Europe am Dienstagabend in Berlin. Zugleich bleibe das Ziel, den Marktanteil bei der Strom- und Wärmeproduktion zu verdoppeln. Angestrebt werde zudem ein "profitables Wachstum auf den Kernmärkten". Potenzial gebe es dabei noch in den Benelux-Staaten, Polen und Großbritannien.
- Anzeige -
Deutschlands drittgrößter Energieversorger hatte vor rund einer Woche ein Barangebot in Höhe von rund 8,5 Milliarden Euro abgegeben. Mit Auflagen der europäischen Wettbewerbsbehörde rechne er nicht.
Zusammen verfügen die beiden Versorger in Deutschland über mehr als drei Millionen Kunden. In den Großstädten Hamburg und Berlin kommt das Unternehmen auf einen Marktanteil von jeweils rund 80 Prozent. Mithilfe Nuons wolle Vattenfall deutschlandweit auch in das Gasgeschäft einsteigen, bekräftigte Hatakka. Darauf, wie lange die Marke Nuon in Deutschland Bestand haben werde, wollte er sich dagegen nicht festlegen. "Wir wollen auch mit der Marke Vattenfall expandieren", sagte er.
Zugleich kündigte Hatakka an, dass der Konzern in Deutschland erst wieder neue Kohlekraftwerke bauen wolle, wenn der Gesetzentwurf zu Abscheidung, Transport und dauerhafter Speicherung von Kohlendioxid beschlossen sei. Er rechne damit noch in dieser Legislaturperiode.
Mit Blick auf den geplanten Verkauf des deutschen Stromnetzes zeigte sich Hatakka optimistisch, in der gesetzten Frist bis Jahresmitte einen "glaubhaften" Käufer gefunden zu haben. Zugleich räumte er ein, dass in den bisherigen Verhandlungen bereits einige Interessenten abgesprungen seien. Das sei jedoch normal, sagt er.
Weitere Nachrichten vom 04.03.2009
- Erneuerbare-Energien-Branche will Kapazitäten bis 2020 verdreifachen
- Weg frei für schnellen Internetzugang in ländlichen Gebieten
- Ukrainischer Geheimdienst stürmt Energiekonzern
- Test-Windpark in der Nordsee verteuert sich um 61 Millionen Euro
- Microsoft testet neue Suchmaschine
- Areva wirft Siemens wegen Atom-Allianz Vertragsbruch vor
- Web.de erweitert E-Mail-Dienst um Passwort-Speicher
- Verbraucherschützer fordern bessere Datensicherheit im Internet
- Siemens geht Atom-Allianz mit Russen ein
- United Internet gewinnt nur 40.000 neue DSL-Kunden
- Google-Chef: Abschwung wird uns auch erreichen
- Bundesnetzagentur fördert die Erschließung "weißer Flecken"
- Ölpreise leicht gefallen - Warten auf US-Rohöllagerbestände

