Vattenfall geht im Streit mit der EU auf Distanz zu E.ON und RWE
Dabei stehen zwei Modelle zur Wahl. Die Kommission fordert, dass die Energiekonzerne sich entweder vom Eigentum an ihren Netzen trennen oder aber zumindest das Netz- Management auf einen unabhängigen Systembetreiber übertragen. Der Systembetreiber soll über den Netzzugang und auch über Investitionen entscheiden.
Während E.ON und RWE beide Varianten kategorisch ablehnen, würde sich Josefsson in letzter Konsequenz der Trennung der Netze nicht verschließen – auch wenn er es nicht für den besten Weg hält. Der Chef des schwedischen Vattenfall-Konzerns, dessen deutsche Tochter hierzulande nach E.ON und RWE die Nummer drei ist, plädiert dafür, die Netze über die Landesgrenzen zu verbinden: "Wir sind bereit, unsere Transportnetze in einen regionalen Übertragungsnetzbetreiber einzubringen, der als unabhängiges Unternehmen das Netz managt und vor allem Investitionsentscheidungen mit Blick auf einen grenzüberschreitenden Markt trifft."
Vattenfall hat bereits gemeinsam mit E.ON, RWE und fünf weiteren Unternehmen eine Initiative für einen Regionalmarkt in fünf westeuropäischen Ländern angestoßen. Die Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Luxemburg haben vereinbart, gemeinsam die grenzüberschreitenden Leitungen effizienter zu nutzen, den Handel mit Strom über Ländergrenzen hinweg zu erleichtern und den Markt liquider zu machen. Vor allem sollen Engpässe bei der Anbindung der nationalen Netze identifiziert und beseitigt werden.
Die Vorstellungen, wie weit die Kooperation letztlich gehen soll, gehen weit auseinander. Josefsson sieht die Initiative als "nützlichen Schritt" auf dem Weg zu einem unabhängigen Systembetreiber im Regionalmarkt. Eon und RWE wollen die Verfügungsgewalt über ihr eigenes Netz nicht aufgeben.
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