Vattenfall-Chef weist Kritik an Strombörse Leipzig zurück
dpa | 07.09.2004
Sydney (dpa) - Die Preise an der deutschen Strombörse in Leipzig werden nach Ansicht der Energieversorger nicht durch die grossen Stromunternehmen bestimmt. "An der Börse handeln mehr als 100 Teilnehmer und nicht nur die vier grossen Unternehmen in Deutschland", sagte Klaus Rauscher, Vorstandschef der Vattenfall Europe AG, am Dienstag am Rande des Welt-Energiekongresses in Sydney der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der Vielzahl von Marktteilnehmern ist es gar nicht möglich, die Preise zu manipulieren."
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Rauscher reagierte mit seinen Äusserungen auf Kritik von Werner Marnette, der den Energie-Ausschuss des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) leitet. Er hatte gesagt, an der Strombörse handelten fast nur die vier grossen Unternehmen E.ON, RWE, Vattenfall (Bewag und HEW) und EnBW und bildeten dort ihre Preise. "Marnette sollte sich besser mit den Fakten vertraut machen", sagte der Vattenfall-Chef. Die Strombörse sei hochgradig liquide und es werde rund fünf Mal soviel Strom gehandelt wie tatsächlich genutzt werde.
"Die Strombörse liefert uns die massgeblichen Grosshandels-Preise", sagte Rauscher. Zu den Börsenpreisen kaufen die Unternehmen den Strom und geben ihn plus einer Gewinnmarge wieder an ihre Kunden ab. Die Stromwirtschaft hatte ihre bevorstehenden Preiserhöhungen für Haushaltskunden unter anderem mit den gestiegenen Preisen an der Leipziger Strombörse begründet. Auch an anderen europäischen Strombörsen seien die Preise gestiegen, sagte Rauscher.
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