Vattenfall-Chef verteidigt Strompreis: "Markt funktioniert"

dpa | 02.05.2006
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Stockholm (dpa) - Der Chef des Energiekonzerns Vattenfall, Lars G. Josefsson, hat am Dienstag in Stockholm Kritik aus Deutschland sowie im eigenen Land an drastisch gestiegen Strompreisen zurückgewiesen. Gleichzeitig schloss Josefsson gegenüber der dpa aber auch Kampagnen der deutschen Tochter Vattenfall Europe wie jetzt in Schweden mit einer "Niedrigstpreis-Garantie" nicht aus: "Nun müssen wir sehen, ob wir damit in Schweden Kunden auf längere Sicht gewinnen. Es liegt uns ganz bestimmt nicht fern, auch in Deutschland neue Methoden auszuprobieren."


Josefsson wollte sich nicht zu einem am Vortag veröffentlichten Brief des Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Affinerie in Hamburg, Werner Marnette, mit massiven Vorwürfen wegen der Preispolitik von Vattenfall als drittgrößtem Stromanbieter in Deutschland äußern. "Aus der Zeitung habe ich erfahren, dass er mir einen Brief geschrieben hat. Mehr gibt es eigentlich dazu nicht zu sagen",sagte Josefsson. Marnette hatte Vattenfall unter Hinweis auf den letzte Woche veröffentlichten Rekord-Quartalsgewinn des schwedischen Konzerns mit 1,3 Milliarden Euro "Mitverantwortung an der hohen Arbeitslosigkeit, dem fortschreitenden Verlust industrieller Arbeitsplätze und dem zu geringen Wirtschaftswachstum in Deutschland" vorgeworfen.

Vattenfall steht in Schweden wegen seiner Preispolitik im eigenen Land auch massiv unter Beschuss durch die sozialdemokratische Regierung in Stockholm. Unter anderem hatte Wirtschaftsminister Thomas Östros erklärt, man müsse eine Wiedereinführung von staatlichen Regulierungsmöglichkeiten prüfen und von Vattenfall eine "Vorreiterrolle" bei der Senkung der Strompreise verlangt. Josefsson meinte dazu: "Damit muss man leben lernen, denn wir gehören ja dem schwedischen Staat. Aber es gibt ja auch sehr viel verschiedene politische Ansichten darüber, wie ein Unternehmen wie Vattenfall agieren soll."

Zur generellen Preisbildung bei Elektrizität sagte Josefsson: "Der Stromhandel an der Börse funktioniert ja sowohl in Schweden wie in Deutschland ausgezeichnet. Das haben wir jetzt gesehen. Als die Preise für Emissionsrechte heruntergerasselt sind, fiel auch der Strompreis. Gerade in den letzten Tagen haben wir gesehen, wie gut der Markt funktioniert."

Vattenfall hatte bei der Vorstellung der Quartalsbilanz vergangene Woche ein neues Produkt für schwedische Privatkunden vorgestellt, bei dem das Unternehmen zum Zeitpunkt des Abschlusses den niedrigsten Preis am Markt garantiert. Josefsson begründete dieses Modell vor allem mit dem Ziel, Marktanteile zu gewinnen.



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