US-Ölpreise nach Freigabe der strategischen Reserve unter 70 Dollar

dpa
Bild: palniki gazowe


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New York (dpa) - Nach der Freigabe der strategischen Reserve sind die amerikanischen Ölpreise am Mittwoch wieder unter 70 Dollar gefallen. US-Energieminister Samuel Bodman kündigte an, dass die Regierung die staatliche Ölreserve verwenden wolle, um Ausfälle im Gefolge des Hurrikans "Katrina" auszugleichen. Die Regierung prüfe Anträge auf Rohöllieferungen. Wie viel Öl aus der 700 Millionen Barrel umfassenden strategischen Reserve freigegeben werden soll, gab der Minister nicht bekannt.

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Rohöl zur Oktoberauslieferung notierte im elektronischen Handel am New Yorker Warenterminmarkt Nymex mit 69,20 Dollar um 61 Cent niedriger als am Vortagsschluss. Am Dienstag war der Ölpreis im Tagesverlauf auf ein Rekordniveau von 70,85 Dollar gestiegen. Der Heizölpreis gab am Mittwoch um 1,42 Prozent nach. Dagegen setzten die bereits hohen Erdgas- und Benzinpreise ihren Höhenflug fort und legten um 2,67 Prozent und 1,64 Prozent zu.

Nach Einschätzung von Ökonomen zeichnet sich in den USA wegen der Verwüstungen durch "Katrina" eine Energiepreiskrise ab. Während der Verlust von Förderkapazitäten durch das Anzapfen der strategischen Rohölreserven in den USA und möglicherweise auch in Europa ausgeglichen werden könne, gebe es für zerstörte Raffineriekapazitäten keinen Ersatz.

Im Golf von Mexiko wird mehr als ein Viertel des amerikanischen Öls und Erdgases gefördert. Die Ölproduktion ist nach Angaben des staatlichen Minerals Management Service (MMS) zu 95,20 Prozent unterbrochen. Damit fehlen 1,4 Millionen Barrel Öl pro Tag. Üblicherweise werden täglich etwa 1,5 Millionen Barrel gefördert. Bei Erdgas liegt die Ausfallrate bei rund 88 Prozent.

Wegen des Sturms waren 645 bemannte Ölplattformen oder fast 79 Prozent aller Bohrinseln sowie 90 andere Anlagen im Golf von Mexiko evakuiert worden, berichtete MMS. Bisher habe es bei Öl seit der vergangenen Woche einen Produktionsausfall von insgesamt rund 4,6 Millionen Barrel gegeben, erklärte die Behörde.

Die grosse Frage ist aber an den Ölmärkten, wie stark die Installationen und das riesige Pipelinenetz auf dem Meeresboden beschädigt worden sind und wann sie wieder teilweise oder voll in Betrieb genommen werden können. Einige Bohrinseln hatten sich von ihren Verankerungen losgerissen oder waren gesunken.

Ohne ausreichende Stromversorgung können die Installationen im Golf von Mexiko, die Pipelines und die Raffinerien nicht arbeiten. Reparaturen können erst anlaufen, wenn der für die Wartungsarbeiten der Ölfeldausrüster wichtigste Hafen Port Fourchon wieder einsatzbereit ist.

Der grösste amerikanische Ölimporthafen Loop (Louisiana Offshore Oil Port), über den elf Prozent der amerikanischen Ölimporte angelandet werden, ist ebenfalls erst wieder betriebsfähig, wenn die Stromversorgung wieder funktioniert. Am Golf von Mexiko liegen zahlreiche Raffinerien, die rund 50 Prozent der US-Gesamtkapazität repräsentieren.

Stichwort: Strategische Ölreserve

Das Öldepot der amerikanischen Regierung, die Strategische Ölreserve (SPR), ist das grösste Öl-Vorratslager der Welt. Nach Angaben des US-Energieministeriums hat das Depot in ehemaligen Salzstöcken in Texas und Louisiana 600 bis 1200 Meter unter der Erdoberfläche eine Kapazität von 727 Millionen Barrel (je 159 Liter). Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatte Präsident George W. Bush die Füllung bis zur Kapazitätsgrenze angeordnet, was Mitte August dieses Jahres erreicht wurde.

Aus dem Depot können pro Tag 4,4 Millionen Barrel abgepumpt werden, die nach 13 Tagen auf den Markt gelangen. Das Ministerium verkauft das Öl zu Marktpreisen an Ölfirmen.

Die Einrichtung der Ölreserve war nach der grossen Ölkrise 1973/74 beschlossen worden, um den Ölpreis in Krisenzeiten einigermassen stabil halten zu können. Mit dem Bau der Anlagen wurde 1977 begonnen. Erst einmal, während des ersten Golfkriegs 1991, wurde die Reserve angezapft. Der damalige Präsident George Bush gab 33,75 Millionen Barrel frei, von denen aber letztlich nur 17,3 Millionen Barrel verkauft wurden, weil sich die Weltmarktpreise schneller stabilisierten als angenommen. Die Reserve könnte in ihrem heutigen Umfang die



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