Unterschiedliche Entwicklungen bei Bestandteilen des Strompreises

Verivox | 20.11.2009
Bild: Strompreis im Fokus

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Berlin - Unterschiedliche Entwicklungen bei den Bestandteilen des Strompreises haben momentan unterschiedliche Auswirkungen auf die Strompreise. Es gebe zurzeit keinen klaren Trend, wie sich die Strompreise zum Jahreswechsel entwickeln werden. Viele Unternehmen hielten die Preise stabil, einige sentken und andere erhöhten, erklärte Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Es habe in der Vergangenheit verschiedene Entwicklungen auf dem Großhandelsmarkt, den staatlich festgelegten Steuern und Abgaben sowie den regulierten Netzentgelten gegeben. Dies führe zu unterschiedlichen Preisentwicklungen, so Müller.


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Die verschiedenen Tendenzen der vergangenen Jahre auf dem Großhandelsmarkt würden sich zum Beispiel unterschiedlich auf den Strompreis auswirken: "Die meisten Unternehmen haben den Großteil des Stroms, den sie heute an ihre Haushaltskunden liefern, in verschiedenen Tranchen innerhalb der vergangenen ein bis drei Jahre beschafft. In den Jahren 2007 und 2008 lagen die Börsenpreise aber im Schnitt höher als in den vergangenen Monaten", sagte Müller. Diese Beschaffungsstrategie minimiere grundsätzlich Risiken. Denn längere Einkaufszeiträume bedeuteten einen geringeren Einfluss von kurzfristigen Preissprüngen. Dies wirke sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen Börsenpreise auch unterschiedlich auf die Preise für Haushaltskunden aus. Müller: "Die aktuellen Entwicklungen beim Strompreis bilden auch den starken Wettbewerbsdruck unter den rund 1 100 Unternehmen auf dem deutschen Strommarkt ab."

Steigernd wirken sich die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geförderten Strommengen auf die Preise aus. Im nächsten Jahr müssen Verbraucher gut zwei Cent für jede verbrauchte Kilowattstunde zur Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien zahlen. Bereits jetzt ist nach BDEW-Angaben abzusehen, dass die durch das EEG geförderten Strommengen im nächsten Jahr um rund 22 Prozent gegenüber 2009 steigen werden. Deshalb würden die Vergütungszahlungen an die Betreiber von Wind-, Solarstrom- und Biomasseanlagen von rund zehn Milliarden Euro 2009 auf voraussichtlich rund 12,7 Milliarden Euro im Jahr 2010 steigen.

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien hat nach Angaben des BDEW auch die aktuelle konjunkturelle Lage Einfluss auf die Höhe der EEG-Umlage: So sinkt durch die Wirtschaftskrise der Stromverbrauch in Deutschland. Die ermittelten EEG-Kosten müssen daher auf einen kleineren Stromabsatz aufgeteilt werden. Zudem wirkt sich auch der durch die Wirtschaftskrise gesunkene Börsenpreis für Strom steigernd auf die EEG-Umlage aus. Denn damit sinken trotz gesetzlich fixierter Vergütungszahlungen an die Anlagenbetreiber die Vermarktungserlöse der Übertragungsnetzbetreiber beim Verkauf der EEG-Strommengen an der Leipziger Strombörse EEX.

Veränderungen habe es auch bei den von der Bundesnetzagentur kontrollierten Netznutzungsentgelten gegeben. Den Entlastungseffekten aus der Herausrechnung der EEG-Kosten bei den Übertragungsnetzbetreibern stehen erhöhende Effekte bei den Netzentgelten gegenüber. Dies sei unter anderem auf den dringend notwendigen Netzausbau, die damit verbundenen Investitionen und den Ausgleich von Mengenschwankungen zurückzuführen. Nach BDEW-Angaben wirkt sich dies je nach Situation im Netzgebiet und der Spannungsebene unterschiedlich auf den Strompreis aus.

"Die Summe dieser dargestellten Entwicklungen bei den Strompreisbestandteilen ist ausschlaggebend für die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt", erläuterte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Nach BDEW-Angaben liegt derzeit der Anteil der staatlichen Steuern und Abgaben am Strompreis für Haushaltskunden durchschnittlich bei rund 39 Prozent. Der Anteil des Großhandelsmarktes und Vertriebs beträgt etwa 37 Prozent und der Anteil der Netzentgelte liegt im Durchschnitt bei rund 24 Prozent. Ein Musterhaushalt mit drei Personen und einem Jahresverbrauch von 3 500 Kilowattstunden zahlt im Durchschnitt zurzeit monatlich gut 67 Euro. Der Kunde habe aber immer die Möglichkeit, seine Stromrechnung zu beeinflussen.

"Der Kunde hat die Wahl zwischen zahlreichen Produkten und Anbietern im deutschen Strommarkt. Deshalb empfehle ich den Verbrauchern, sich zu informieren, sich beraten zu lassen und den für sie günstigsten Tarif zu wählen", erklärte Müller.



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