Union und FDP wollen nationale Ölreserve anzapfen - Kritik von Verband
Per Gesetzesänderung oder durch Verordnung könnte die Reserve kurzfristig mobilisiert werden. Dies könne die Benzinpreise unter Druck bringen, wenn sich die Mineralölfirmen verpflichteten, die fallenden Preise an die Endkunden weiterzugeben.
Der Staat hält seit Ende der 1970er Jahre für Krisenfälle eine Mindestreserve an Sprit und Öl. Die im Erdölbevorratungsverband organisierten Mineralölfirmen sind gesetzlich verpflichtet, Vorräte für 90 Tage vorzuhalten.
Mineralölwirtschaft will keine Freigabe der Ölreserven
Die Mineralölwirtschaft in Deutschland hält nichts davon, die deutschen Ölreserven auf den Markt zu werfen. "Die Ölreserven in der OECD wurden aufgebaut, um einer möglichen Störung bei der Versorgung mit Rohöl zu begegnen", sagte am Donnerstag Birgit Layes vom Mineralölwirtschaftsverband (MWV) in Hamburg. Der Wirtschaftsminister könne die Reserve nur freigeben, wenn sieben Prozent Ausfall bei der Rohölversorgung zu befürchten seien. Davon könne aber keine Rede sein. Vielmehr seien die Märkte mit Rohöl überversorgt. Im zweiten Quartal seien rund drei Millionen Barrel pro Tag (bpd) mehr erzeugt als verbraucht worden.
Das Problem seien nicht fehlende Mengen, sondern hohe Preise, so die Verbandssprecherin. Die gegenwärtig völlig überzogenen Rohölpreise seien aber wesentlich auf die Einflüsse der Finanzmärkte zurückzuführen, nicht auf Knappheit beim Rohöl. "Dass Deutschland die abgehobenen Preise korrigieren kann, ist völlig illusorisch", sagte die Sprecherin.
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