Umweltverbände fordern "Abwrackprämie" für Stromfresser
Berlin - Umweltschützer und Branchenverbände für erneuerbare Energien fordern mehr Anstrengungen seitens der Bundesregierung beim Thema Energiesparen. So könne beispielsweise eine "Abwrackprämie" für Stromfresser Verbraucher zum Sparen bewegen. Gleichzeitig warnten sie aber davor, die Energiewende zu zerreden und so das Vertrauen der Investoren zu untergraben.
"Nur wenn der Energieverbrauch entscheidend sinkt, wird dieses Land den Umstieg auf erneuerbare Energien schnell und kostengünstig schaffen", sagte der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Hubert Weiger, in Berlin.
Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) warf er vor, Ängste vor Strompreiserhöhungen zu schüren und den Ausbau der Ökoenergie immer wieder infrage zu stellen. Gemeinsam mit dem Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) und der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF) legte der BUND ein Sofortprogramm für die nächsten Monate vor.
Abwrackprämie für Stromfresser?
Um die Verbraucher zum Sparen zu bewegen, schlagen die Verbände unter anderem "Abwrackprämien" für Stromfresser wie veraltete Kühlschränke vor. Dringend modernisiert werden müssten auch teure Beleuchtungs- und Heizungssysteme in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, erklärte DENEFF-Vorstandschef Carsten Müller. Unter dem Motto "Ziele erreichen statt Ziele aufweichen" wird eine verbindliche Förderpolitik über 2020 hinaus gefordert. Eine schnelle Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes lehnen die Verbände ab.
Die Bundesregierung will den Stromverbrauch in Deutschland bis 2020 um 10 Prozent drosseln, bis 2050 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen.
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