Umweltministerium bezweifelt Atomausstiegs-Studie
Berlin - Das Bundesumweltministerium sieht in der Bevölkerung keinen Stimmungsumschwung gegen den seit Jahren beschlossenen Atomausstieg. Eine vom "Handelsblatt" (Düsseldorf) am Dienstag zitierte Studie der Unternehmensberatung Accenture sei weder repräsentativ noch neutral, wie behauptet werde, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Dienstag auf dpa-Anfrage. Vielmehr berate das Unternehmen die 500 größten Energieunternehmen.
Damit sei die Schlussfolgerung eines Meinungsumschwungs zugunsten längerer Laufzeiten für Kernkraftwerke unzulässig. Das Blatt hatte unter Hinweis auf eine "repräsentative" Accenture-Studie berichtet, 56 Prozent der in Deutschland befragten Bürger seien grundsätzlich für längere Laufzeiten, 50 Prozent sogar für den Kernenergie-Ausbau.
Befragt wurden dem Blatt zufolge - als Teil einer weltweiten Befragung von mehr als 10 000 Bürgern - in Deutschland allerdings nur gut 500. Die Umfrage sei "unabhängig von Interessengruppen". Allerdings hätten die Befragten "hohe Ansprüche an die Sicherheit, erwarten praktikable Lösungen für die Entsorgung des Atommülls und fordern, dass Strom aus Kernkraft preiswert sein muss".
Der Sprecher des Ministeriums nannte diese Einschränkungen ein "absurdes Spiel mit lustigen Atomkraft-Umfragen". Das Ergebnis sei deshalb nur wenig verblüffend. Zu einem völlig anderen Ergebnis sei dagegen erst vor einem Monat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit 1025 Befragten gekommen. Danach wollten nur knapp 30 Prozent die Laufzeiten der Atommeiler verlängern, 53,2 Prozent wollten am Atomausstieg festhalten.
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