Umweltbundesamt erstellt neues Klimakonzept
Berlin - Nach neuen Berechnungen des Umweltbundesamtes (UBA) kann Deutschland bis 2020 43 Prozent des Treibhausgasausstoßes im Vergleich zu 1990 einsparen. Das erklärte Ziel für die nächsten Jahre ist eine Begrenzung der Erderwärmung auf höchstens zwei Grad. Dafür müssen die Industrieländer im Mittel mindestens 30 Prozent ihrer Emissionen einsparen. Deutschland hat mit dem Energie- und Klimapaket beschlossen, 40 Prozent bis 2020 einzusparen. Nach Berechnungen des UBA reichen die bereits beschlossenen Maßnahmen dafür allerdings nicht aus.
Das UBA fordert in der neuen Klimakonzeption daher weitere Anstrengungen. Der Emissionshandel und die Energiebesteuerung sollten weiterentwickelt und auf bislang nicht erfasste Bereiche wie etwa den Flugverkehr ausgedehnt werden. Zugpferd für den Klimaschutz könnte demnach der Stromsektor sein. Das UBA geht davon aus, dass mit einer Kombination von Energiesparen, Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien bis 2030 ein Viertel der deutschen Treibhausgasemissionen eingespart werden könnten. Durch die Senkung des Wärmebedarfs von Gebäuden und einem verstärkten Einsatz alternativer Energien könnte auch in diesem Bereich der CO2-Ausstoß gesenkt werden.
Das Umweltbundesamt warnt vor den Folgen der Klimaveränderung auch in Deutschland. Ohne Klimaschutzmaßnahmen könnte sich die Temperatur bis Ende des Jahrhunderts um 1,5 bis zu 3,5 Prozent gegenüber dem Zeitraum 1961 bis 1990 erwärmen. Gleichzeitig könnten die Niederschläge im Winter regional um bis zu 70 Prozent zu- und im Sommer in bestimmten Regionen um bis zu 40 Prozent abnehmen. Vier Regionen seien besonders betroffen: Süddeutschland wegen starker Erwärmung, Ostdeutschland wegen zunehmender Trockenheit, die Alpen wegen Veränderungen der Vegetationszonen und die Küstenregionen wegen Änderungen des Sturmklimas.
Einer Schätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zufolge könnten die Kosten für den Klimawandel bis 2050 bis zu 800 Milliarden Euro betragen.
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