Umstrittenes Kernkraftwerk Temelin soll ausgebaut werden
dpa | 18.09.2006
Prag (dpa) - Trotz internationaler Kritik am grenznahen Atomkraftwerk Temelin rechnet der neue tschechische Industrie- und Handelsminister Martin Riman mit einem umfangreichen Ausbau der Anlage. Die Erweiterung des südböhmischen Kernkraftwerks von zwei auf vier Blöcke sei "an der Tagesordnung", sagte Riman der Tageszeitung "Hospodarske noviny" (Montagausgabe). "Der Energieverbrauch wächst, und wenn sich Europa dem nicht anpasst, wird es bitter dafür bezahlen", warnte der Politiker der konservativen Bürgerpartei (ODS). Das Kraftwerk wird vom teilstaatlichen tschechischen Stromkonzern CEZ betrieben.
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Temelin liegt in der Nähe der Grenze zu Bayern. Das mit zwei 1000-Megawatt-Blöcken ausgestattete Atomkraftwerk steht etwa 230 Kilometer nordöstlich von München und rund 100 Kilometer nördlich von Linz. Seit Inbetriebnahme der Anlage im Oktober 2000 gab es offiziell rund 90 Defekte. Politiker und Atomkraftgegner vor allem aus Deutschland und Österreich hatten deshalb wiederholt die Stilllegung gefordert. Im Jahr 2004 kamen rund 31 Prozent der tschechischen Energie aus Temelin sowie aus dem zweiten tschechischen Reaktor in Dukovany. Tschechien produziert darüber hinaus etwa 60 Prozent des Stroms aus Braunkohle.
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