Umfrage: Mehrheit der Deutschen will an Atomausstieg festhalten
Unions-Fraktionsvize Katherina Reiche (CDU) erklärte: "Durch eine gezielte Fragestellung kann man ein interessengeleitetes Ergebnis auch vorwegnehmen. Dieser Verdacht drängt sich förmlich auf." Es sei unverantwortlich, die Sicherheit deutscher Kernkraftwerke permanent in Frage zu stellen. "Angesichts steigender Energiepreise und der immer spürbar werdenden Auswirkungen des Klimawandels werden wir auf längere Laufzeiten in Deutschland nicht verzichten können."
Forsa befragte im Auftrag des Ministeriums am 15. und 16. August - also drei Wochen nach dem Störfall in Schweden, bei dem das automatische Notstromsystem kurze Zeit ausfiel - 1002 Bundesbürger ab 18 Jahren. Danach wollen 33 Prozent am Tempo des Atomausstiegs festhalten, 29 Prozent ihn beschleunigen. Bei der SPD sind dies 70 Prozent, bei den Grünen 88 Prozent und bei der Linkspartei 71 Prozent. 15 Prozent aller Befragten sind für eine Verlangsamung (CDU- Anhänger: 22 Prozent) und 18 Prozent (CDU-Anhänger: 20 Prozent) sind der Meinung, Deutschland sollte nicht aus der Atomenergie aussteigen.
Für 18 Prozent ist die Unfallgefahr bei Atomkraftwerken weltweit genauso groß wie vor 20 Jahren, also zur Zeit der Katastrophe von Tschernobyl. 53 Prozent sehen die Atomkraftwerke heute weltweit als sicherer an, bewerten das Unfallrisiko für sich aber "noch als zu hoch". 26 Prozent sehen nur ein kleines Risiko, sind aber bereit, es "in Kauf" zu nehmen. Keine Unfallgefahr durch Kernkraftwerke sehen 2 Prozent der Befragten.
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