Ukraine fordert mehr Geld für Transit von russischem Gas
AFP
Brüssel (AFP) - Die Ukraine will von Russland mehr Geld für die Weiterleitung von russischem Erdgas in den Westen. Ihr Land zahle für russisches Erdgas inzwischen dreieinhalb Mal mehr als noch 2006, sagte die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko der Nachrichtenagentur AFP am Montagabend in Brüssel. In der gleichen Zeit seien die Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas jedoch praktisch unverändert geblieben. In der Wirtschaft wie in der Politik dürfe aber nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Wenn Moskau Marktpreise für sein Gas verlange, müssten diese daher auch für Dienstleistungen wie die Weiterleitung von Gas über ukrainisches Territorium gelten, betonte die Regierungschefin.
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Timoschenko machte keine näheren Angaben, wieviel mehr Russland für den Gastransit zahlen solle. Ukrainischen Presseberichten zufolge peilen die Behörden in Kiew eine Preiserhöhung auf bis zu 9,32 Dollar (rund 6,30 Euro) je 1000 Kubikmeter Erdgas und je 100 Kilometer genutzte Pipeline an. Derzeit berechnet die Ukraine dafür etwa 1,70 Dollar; im vergangenen Jahr lag der Tarif bei 1,60 Dollar.
Russland hat wegen der möglichen Tariferhöhung bereits mit Repressalien gedroht. Auch innerhalb der Ukraine ist eine solche Preiserhöhung umstritten. Im Streit um erhöhte Gaspreise hatte Russland Anfang 2006 die Lieferungen in die Ukraine zeitweise ausgesetzt, was auch in Westeuropa zu Versorgungsengpässen geführt hatte.
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