Überhöhte Netzentgelte: BGH hebt Urteil des OLG Düsseldorf auf
Der BGH billigte den Ansatzpunkt des Bundeskartellamts, wonach die zulässige Entgelthöhe über einen Vergleich zu den Kosten zu ermitteln sei, die anderen Energieunternehmen - in diesem Fall RWE - pro Leitungskilometer entstünden. Dadurch könne in sachgerechter Weise der Preis ermittelt werden, der sich in einem effektiven Wettbewerb ergebe - also ohne das Monopol des kommunalen Versorgers über das Leitungsnetz.
Allerdings ist laut BGH noch nicht hinreichend aufgeklärt, ob die zu Grunde gelegten Vergleichszahlen hinreichend aussagekräftig sind. Das muss das OLG nachholen, da der BGH im Revisionsverfahren selbst keine Aufklärung über die Tatsachengrundlage betreiben kann. Zugleich machte der BGH dem OLG Vorgaben für den neuen Prozess: Die Entgelte der Stadtwerke seien nicht schon dann missbräuchlich überhöht, wenn das zum Vergleich herangezogene Unternehmen niedrigere Vergütungen fordere. Eine Untersagungsanordnung des Kartellamts dürfe nur dann ergehen, wenn ein "erheblicher Abstand" zwischen den Erlösen der Stadtwerke und einem Vergleichsunternehmen bestehe.
Der Vorstand der Stadtwerke Mainz AG, Werner Sticksel, sagte am Dienstag, er sei nach wie vor der Meinung, dass das Unternehmen keine zu hohen Entgelte erhebe. Die Kosten für die Netznutzung seien "nach anerkannten betriebswirtschaftlichen Methoden berechnet" und daher "angemessen".
Weitere Nachrichten vom 28.06.2005
- AOL startet DSL-Flatrate für 9,99 Euro
- Hintergrund: ITER, die Kernfusion, ihre Voraussetzungen und die Radioaktivität
- Internetfähiges Kabelnetz für 113.000 Haushalte in Dresden
- Apple setzt auf Audioprogramme aus dem Internet
- Staatsregierung: Bayern Nummer eins bei regenerativen Energien
- DSL-Flatrates: Großer Vergleichstest bei Verivox
- Strato gewinnt DSL-Test und dreimal "sehr gut"
- Internationaler Fusionsreaktor ITER wird in Frankreich gebaut
- Aus für Aluminiumhütte Stade endgültig - noch Hoffnung für Hamburg
- Streit um Netzzugang: Mainova unterliegt vor BGH
- Verivox präsentiert neue Stromstudie – Transparenz für den Strommarkt
- Niederländischer Mobilfunk-Marktführer kauft Nummer drei
- Merkel will Breitbandtechnologie stärken
- Leipziger Wasserwerke: Mitarbeiterin zweigt 600.000 Euro ab
- Hintergrund: Wurm Sasser brachte es zu trauriger Berühmtheit
- Internet-Wurm Sasser beschäftigt Gericht - Prozessbeginn am 5. Juli
- Yahoo! startet personalisierte Internetsuche
- Kurth: Umfassende Kontrolle der Strom- und Gasnetzbetreiber

