Trittin warnt EnBW vor Klima der Angst in Atomkraftwerken
dpa | 02.11.2004
Stuttgart (dpa/lsw) - Im Streit um die Sicherheit in den baden- württembergischen Atomkraftwerken liegt Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) auf einer Linie mit Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne). Die "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochausgabe) berichtet, wie Pfister warne Trittin davor, dass durch den harten Kurs der Energie Baden-Württemberg (EnBW) ein Klima der Angst entstehe. In diesem würden Mitarbeiter aus Sorge vor beruflichen Nachteilen nicht mehr offen kommunizieren.
- Anzeige -
In einem Schreiben an den EnBW-Vorstand habe Trittin die Null-Toleranz-Politik des Stromkonzerns zwar grundsätzlich befürwortet. Der Bundesumweltminister betonte aber zugleich, dass "die Möglichkeit der offenen Diskussion von Sicherheitsfragen innerhalb des Unternehmens wesentlicher Bestandteil eines effektiven Sicherheitsmanagements ist". Dies bedeute auch, dass "kein Beschäftigter befürchten muss, Kritik an der Sicherheit des Anlagenbetriebs führe zu persönlichen Nachteilen".
Anlass für Trittins Warnung war die Ablösung des Kraftwerkschefs Eberhard Grauf in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn). Laut "Stuttgarter Zeitung" hatte die EnBW Trittin daraufhin aufgefordert, Grauf auch aus der Reaktorsicherheitskommission des Bundes zu entfernen. Dies habe der Umweltminister zurückgewiesen: Der entlassene Atomexperte sei für ihn "eine wichtige Stütze".
Weitere Nachrichten vom 02.11.2004
- Viren werden weniger - 4,6 Prozent aller E-Mails befallen
- Internet fördert demokratische Debatte im US-Wahlkampf
- Neue Ära für Chinas Kommunisten: Internet, Handy und Unruhen Von
- Atomenergie wichtigste Stromquelle, Braun- und Steinkohle auf Platz 2 und 3
- Test: Die besten Musikanbieter im Netz
- VDEW: Stromwirtschaft stark ausgelastet
- Chip-Sandwich soll Speicher von SIM-Karten deutlich steigern
- EnergieTage Hessen beleuchten erneuerbare Energien

