Transparency kritisiert Schröders schnelles Gasprom-Engagement
Schröder hatte als Kanzler das Pipeline-Projekt des russischen Unternehmens mit durchgesetzt und wurde jetzt Aufsichtsratschef der Gasprom-Pipelinetochter. Die Bundesregierung hatte außerdem eine Staatsbürgschaft für Kredite an Gasprom bewilligt, die das russische Unternehmen aber nicht in Anspruch nehmen will. Schröder sagte dazu, er sei an der Entscheidung für die Bürgschaft nicht beteiligt gewesen und habe davon nichts gewusst.
Elshorst sagte, es spiele keine Rolle, ob Schröders Engagement bei Gasprom schon zu Kanzler-Zeiten geplant war. Es komme auf die Meinung der Öffentlichkeit an. "Auch wenn es dafür keine konkreten Anhaltspunkte gibt: Das grundsätzliche Problem ist der Eindruck, dass ein Politiker seine Position dazu missbraucht hat, um ein privates Geschäft zu machen", sagte Elshorst.
Clement übernahm die volle Verantwortung für die Bürgschaft. "Ich bin federführend für das Projekt gewesen und habe das abgezeichnet und das, was dort geschehen ist, ist alles rechtlich völlig in Ordnung", sagte er. Er bedauerte, dass das Geschäft mit den beteiligten deutschen Kreditanstalten, der Deutschen Bank und der Kfw, wahrscheinlich nicht zu Stande komme. Dadurch entgehe der Bundesrepublik ein Entgelt von 100 Millionen Euro.
Der niedersächsische SPD-Vorsitzende Garrelt Duin sagte, Schröder ramponiere mit dem Gasprom-Engagement sein öffentliches Ansehen. Er sei viel zu schnell nach seinem Ausscheiden aus dem Kanzleramt zu wirtschaftlich lukrativen Aufgaben gewechselt, sagte Duin der "Frankfurter Rundschau" (Dienstag). Schröder müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, es sei ihm bei der Ostsee-Pipeline nicht um ein politisches Projekt gegangen, sondern um einen persönlichen Vorteil.
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