TNK-BP: Meinungsverschiedenheiten der Anteilseigner vollständig ausgeräumt
Moskau (dpa-AFX) - Die monatelangen Meinungsverschiedenheiten unter den Anteilseignern des russisch-britischen Ölförderers TNK-BP sind ausgeräumt. Der Disput zwischen dem britischen Energiekonzern BP und dem russischen Konsortium AAR sei "vollständig beigelegt", teilte TNK-BP am Freitag in Moskau mit.
Beide Seiten hätten sich verpflichtet, ihren Anteil von jeweils 50 Prozent nicht zu veräußern. "Für das Unternehmen ist es wichtig zu wissen, dass sich die Struktur des Aktienkapitals von TNK-BP nicht ändern wird", sagte der Milliardär und Sprecher der AAR-Gruppe, Mikhail Fridman.
Analysten bleiben jedoch skeptisch hinsichtlich der Zusicherung des russischen Staates, sich bei TNK-BP nicht einzumischen. Manche argwöhnen, dass ein staatlich kontrolliertes Unternehmen versuchen könnte, sich bei TNK-BP einzukaufen, um die Position des Kreml in dem für Russland strategisch wichtigen Energiesektor zu stärken.
Anfang September hatte BP eine grundsätzliche Einigung mit AAR verkündet. Dabei wurde vereinbart, dass der auf russischer Seite umstrittene Vorstandschef Robert Dudley bis zum Jahresende sein Amt niederlegt. BP sei offensichtlich eine Reihe von Kompromissen eingegangen, um auf dem russischen Markt bleiben zu können, wurde damals in russischen Medien spekuliert. Der Einigung war ein Machtkampf der beiden Aktionäre unter aktiver Beteiligung der russischen Regierung vorausgegangen. Während die russische Seite auf eine stärkere Internationalisierung des Konzerns mit 65.000 Mitarbeitern gedrängt hatte, wollte BP die Position von TNK-BP auf dem russischen Markt ausbauen.
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