Telekomfirmen erwarten neue Preisrunde - Spardruck steigt
Für den Sommer plant die Telekom zudem die Einführung einer Billigmarke, mit der im Niedrigpreissegment Kunden gewonnen werden sollen. Auch für den Mobilfunkbereich rechnet die Branche mit weiteren Tarifsenkungen: "Im deutschen Markt ist die Preisreduktion am stärksten", sagte der Deutschlandchef von Vodafone, Friedrich Joussen. Mittlerweile sei das Niveau unter dem von Großbritannien, Frankreich und Italien angekommen. Der Vorstandsvorsitzende von E- Plus, Thorsten Dirks, sieht einen Trend zu Pauschaltarifen. "Alle Tarife werden zu Flatrates werden", sagte er.
E-Plus hatte vor zwei Jahren mit dem Start von Simyo den Preiskampf eingeleitet. Seitdem sind die Tarife um rund ein Fünftel gefallen. Den Umsatzausfall wollen die Unternehmen durch eine höhere Handy-Nutzung sowie neuen Breitbanddiensten ausgleichen. Im vergangenen Quartal mussten T-Mobile, Vodafone D2 und O2 allerdings massive Rückgänge verzeichnen. O2-Chef Rudolf Gröger zeigte sich allerdings zuversichtlich, dass sich der Trend umkehren wird. In den folgenden Quartalen sei wieder mit wachsenden Erlösen zu rechnen, sagte er.
Dabei helfen soll die Integration von Telefónica Deutschland. Damit soll die Grundlage für Triple-Play-Angebote gelegt werden. Der kleinste Netzbetreiber folgt damit den Spuren der Telekom und Vodafone, der den Festnetzanbieter Arcor kontrolliert. Experten erwarten, dass die Kunden in einigen Jahren einen festen Preis für die Nutzung ihres Telefons zahlen - egal ob Festnetz oder Mobilfunk.
Der Preisdruck zwingt die Unternehmen zu Kosteneinsparungen. Während T-Mobile, Vodafone D2 und E-Plus ihre Kosten deutliche gesenkt haben, folgt nun O2. Rund 180 Millionen Euro will die Telefónica-Tochter bis 2008 einsparen, wie Deutschlandchef Gröger sagte. Dazu sollen einige hundert Arbeitsplätze gestrichen werden. Das Programm soll in diesem Jahr anlaufen.
Den größten Kostenschnitt plant die Deutsche Telekom, die zum Ende der Dekade 4,7 Milliarden Euro weniger ausgeben will. Dazu sollen rund 50 000 Mitarbeiter in den neuen Bereich T-Service wechseln. Dadurch könne der Wettbewerbsnachteil gegenüber der Konkurrenz ausgeglichen werden, wie Obermann sagte. Die Gewerkschaft ver.di wollte am Dienstag darüber entscheiden, ob die Gespräche mit dem Bonner Unternehmen wieder aufgenommen werden.
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