Telekom-Tochter Congstar will Netze fremder Anbieter nutzen
Düsseldorf - Die Billigtochter der Deutschen Telekom, Congstar, will künftig auch Netze fremder Anbieter nutzen. "Wir werden künftig per Ausschreibung entscheiden, von welchem Anbieter wir das Netz nutzen", sagte Congstar-Geschäftsführer Alexander Lautz dem "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe). Das bedeutet: Wenn Telekom-Rivalen wie Arcor oder Telefonica bessere Preise für die Nutzung ihrer Leitungen bieten, kehrt Lautz der eigenen Mutter den Rücken. Vertragsverhandlungen mit einem Konkurrenten laufen bereits, noch in diesem Jahr soll die erste Fremdkooperation starten.
Congstar besitzt diese Freiheiten dem Bericht zufolge bereits seit der Gründung vor einem Jahr, will sie nun aber erstmals nutzen. Congstar will zunächst nur Festnetzdienste bei anderen Wettbewerbern einkaufen und im Mobilfunk der Konzernschwester T-Mobile treu bleiben. Hintergrund ist der Preiskampf auf dem DSL-Markt. Am Dienstag hat Lautz den Preis für einen Telefonanschluss gesenkt, der auf dem Internetprotokoll basiert. Diesen Tarif kann er nach eigenen Angaben nur wirtschaftlich anbieten, wenn er dafür auch Leitungen bei günstigeren Telekom-Wettbewerbern mietet.
Experten verwundert die jetzt publik gewordene Unabhängigkeit der Tochter aus Köln dennoch. "Das ist aus Sicht der Telekom klar kontraproduktiv", sagt Frank Rothauge von der Privatbank Sal. Oppenheim. Schließlich wolle die Telekom nicht nur Kunden auffangen, sondern auch freie Kapazitäten in ihrem Netz nutzen.
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