Telekom startet Übernahme von T-Online - keine Dividende [Update]

dpa | 26.11.2004
Bild: Telefon mit Wahltasten


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Bonn (dpa/lnw) - Schlechte Nachrichten für die gebeutelten T- Online-Aktionäre: Der Mutterkonzern Deutsche Telekom wird trotz der harschen Kritik von Anlegerschützern sein Barangebot zur Übernahme der T-Online-Aktien nicht aufstocken. Am Freitag unterbreitete das Unternehmen den Anteilseignern offiziell ein Kaufangebot von 8,99 Euro je Aktie und startete damit die Wiedereingliederung seiner Tochterfirma. Anders als zur Jahresmitte noch in Aussicht gestellt, sollen deren Aktionäre darüber hinaus für das Geschäftsjahr 2004 auch keine Dividende erhalten.

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Das freiwillige Angebot kann vorbehaltlich einer Fristverlängerung bis zum 4. Februar 2005 angenommen werden. Die Offerte diene der Schaffung von Marktliquidität und der Preissicherheit für jene Aktionäre, die ihre Aktien gegen eine Barzahlung noch deutlich vor Wirksamwerden der Verschmelzung verkaufen wollen, hiess es in einer Mitteilung der Telekom.

Wer seine T-Online-Aktien nicht in Bargeld einlösen will, erhält zu einem späteren Zeitpunkt T-Aktien. Das Umtauschverhältnis muss durch Bewertungsgutachten noch ermittelt und den Hauptversammlungen zur Abstimmung vorgelegt werden. Stichtag der Verschmelzung soll der 1. Januar 2005 sein.

Seinerzeit begründete der Vorstand den Börsengang der Internet- Tochter unter anderem mit der Schaffung von Akquisitionswährung für die weitere Expansion des Unternehmens. Inzwischen hat sich der Konzern anders aufgestellt. Die vier Säulen-Strategie (Mobilfunk, Festnetz, Internet, Systemgeschäft) wurde aufgegeben und durch eine kundenorientierte Ausrichtung der Aktivitäten ersetzt. Die vollständige Integration von T-Online sei entscheidend für die Entwicklung des Festnetzes und Breitbandgeschäfts in Deutschland, hiess es.

Mit dem Rückkauf von T-Online endet die vierjährige Episode des Unternehmens auf dem Börsenparkett. Für die Aktionäre bleibt der Gang an den Kapitalmarkt eine Enttäuschung. Im Frühjahr 2000 kam die Telekom-Tochter mit viel Werberummel an die Börse. Dank des nimmermüden Einsatzes von Robert T-Online, dem Internet-Maskottchen der Telekom, zeichneten viele Kleinanleger Anteile zum Ausgabepreis von 27 Euro. Kurzfristig kletterte das Papier auf die Rekordhöhe von 42 Euro.

Mit Ende der Internet-Euphorie endete der Höhenflug der T-Online- Aktie abrupt. Das Papier stürzte ab und erreichte Ende 2001 seinen bisher niedrigsten Stand von gut 5 Euro. Am Freitagnachmittag notierte die Aktie mit 9,34 Euro leicht im Minus. Nachdem die von der Telekom Anfang Oktober angekündigte Barabfindung von 8,99 Euro auf heftige Kritik gestossen war, wurde an der Börse über eine mögliche Anhebung spekuliert.

Doch die Telekom blieb hart. Das gilt auch für eine mögliche Dividendenzahlung. T-Online erwartet in diesem Jahr einen Jahresüberschuss von 300 Millionen Euro. Im August hatte das Management deshalb nicht ausgeschlossen, dass für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende ausgeschüttet wird.

Sollten Vorstand und Aufsichtsrat von T-Online der Hauptversammlung eine Dividendenzahlung vorschlagen, werde die Telekom dagegen stimmen, hiess es. Das wird aber kaum nötig sein. Denn der Bonner Riese kontrolliert 74 Prozent der T-Online-Aktien und würde eine Ausschüttung bereits im Kontrollgremium blockieren.



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