Telekom startet Übernahme von T-Online - keine Dividende [Update]
Wer seine T-Online-Aktien nicht in Bargeld einlösen will, erhält zu einem späteren Zeitpunkt T-Aktien. Das Umtauschverhältnis muss durch Bewertungsgutachten noch ermittelt und den Hauptversammlungen zur Abstimmung vorgelegt werden. Stichtag der Verschmelzung soll der 1. Januar 2005 sein.
Seinerzeit begründete der Vorstand den Börsengang der Internet- Tochter unter anderem mit der Schaffung von Akquisitionswährung für die weitere Expansion des Unternehmens. Inzwischen hat sich der Konzern anders aufgestellt. Die vier Säulen-Strategie (Mobilfunk, Festnetz, Internet, Systemgeschäft) wurde aufgegeben und durch eine kundenorientierte Ausrichtung der Aktivitäten ersetzt. Die vollständige Integration von T-Online sei entscheidend für die Entwicklung des Festnetzes und Breitbandgeschäfts in Deutschland, hiess es.
Mit dem Rückkauf von T-Online endet die vierjährige Episode des Unternehmens auf dem Börsenparkett. Für die Aktionäre bleibt der Gang an den Kapitalmarkt eine Enttäuschung. Im Frühjahr 2000 kam die Telekom-Tochter mit viel Werberummel an die Börse. Dank des nimmermüden Einsatzes von Robert T-Online, dem Internet-Maskottchen der Telekom, zeichneten viele Kleinanleger Anteile zum Ausgabepreis von 27 Euro. Kurzfristig kletterte das Papier auf die Rekordhöhe von 42 Euro.
Mit Ende der Internet-Euphorie endete der Höhenflug der T-Online- Aktie abrupt. Das Papier stürzte ab und erreichte Ende 2001 seinen bisher niedrigsten Stand von gut 5 Euro. Am Freitagnachmittag notierte die Aktie mit 9,34 Euro leicht im Minus. Nachdem die von der Telekom Anfang Oktober angekündigte Barabfindung von 8,99 Euro auf heftige Kritik gestossen war, wurde an der Börse über eine mögliche Anhebung spekuliert.
Doch die Telekom blieb hart. Das gilt auch für eine mögliche Dividendenzahlung. T-Online erwartet in diesem Jahr einen Jahresüberschuss von 300 Millionen Euro. Im August hatte das Management deshalb nicht ausgeschlossen, dass für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende ausgeschüttet wird.
Sollten Vorstand und Aufsichtsrat von T-Online der Hauptversammlung eine Dividendenzahlung vorschlagen, werde die Telekom dagegen stimmen, hiess es. Das wird aber kaum nötig sein. Denn der Bonner Riese kontrolliert 74 Prozent der T-Online-Aktien und würde eine Ausschüttung bereits im Kontrollgremium blockieren.
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