Telekom-Aktionärsklagen legen Justiz lahm
dpa
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Hamburg (dpa) - Der enorme Andrang von Telekom-Aktionären legt die
zuständige Kammer beim Frankfurter Landgericht lahm. Mehr als 10.000
Telekom-Aktionäre haben bereits Schadenersatzklagen beim Landgericht
Frankfurt eingereicht und die zuständige siebte Kammer damit vor
erhebliche Probleme bestellt. "Das Gericht sieht kein Land mehr",
sagte Franz Braun von der Münchner Kanzlei Rotter dem "Tagesspiegel"
(Freitagausgabe). Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, in seinem
Verkaufsprospekt zum dritten Börsengang im Mai 2000 wesentliche
Risiken verschwiegen zu haben. Sie verlangen daher ihr eingesetztes
Kapital nebst Kosten zurück.
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Weil die Gerichtsverwaltung noch damit beschäftigt sei, alle
Kläger zu registrieren, sei mit einem baldigen Prozessbeginn nicht zu
rechnen. Vielmehr habe das Gericht der Telekom bis Ende Februar
nächsten Jahres Zeit gegeben, auf die Forderungen der Kläger zu
reagieren. "Die mündliche Verhandlung wird nicht vor August kommenden
Jahres beginnen", sagte Ralf Plück von der Wiesbadener Kanzlei Doerr,
Kühn, Plück & Thoeren, die 5.600 Telekom-Aktionäre vertritt. "Die 7.
Kammer ist völlig überlastet", meint Anlegeranwalt Braun. Das sei ein
Skandal, denn immerhin habe seine Kanzlei schon im August 2001 die
ersten Klagen eingereicht.
Plück kündigte an, dass seine Kanzlei demnächst eine neue Sammelklage gegen EM.TV einreichen werde. Zwar seien frühere Verfahren gescheitert, aber die Erfolgsaussichten der Anleger hätten sich durch das zwischenzeitlich abgeschlossene Strafverfahren gegen die Haffa-Brüder deutlich verbessert. Der Strafprozess habe ergeben, dass die Haffa-Brüder im August 2000 vorsätzlich falsche Unternehmenszahlen veröffentlicht haben, so Plück. Darauf könnten sich jetzt auch die Anleger in ihren Zivilverfahren berufen.
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