Telefonieren für lau - Bald wird nur noch für Extras gezahlt
Wer auf der Website des Branchenverzeichnisses GoYellow aus München nach einer bestimmten Firma oder einer Privatperson sucht und fündig wird, bekommt nicht nur die Telefonnummer angezeigt. Handelt es sich um eine Rufnummer aus dem Festnetz, bietet GoYellow mit der Anzeige des Buttons "Kostenlos telefonieren" gleich an, eine gebührenfreie Verbindung aufzubauen. Dazu gibt der Anwender seine und die Rufnummer des Gesprächspartners ein. Kurz darauf wird er von GoYellow auf dem Festnetz angerufen und zum Gesprächspartner durchgestellt.
Kostenlose Gespräche mit einer Dauer von bis zu 30 Minuten ermöglicht PeterZahlt, ein Tochter-Unternehmen von GoYellow. Eine Registrierung wird nicht verlangt. Anwender müssen auf der Website lediglich ihre eigene Festnetzrufnummer sowie die des gewünschten Gesprächspartners eintragen und anschließend auf den Button "Kostenlos verbinden" zu klicken. Der Rest funktioniert wie bei GoYellow.
"Nichts ist umsonst", sagt Hans Flume von der Verbraucherzentrale Hamburg. Die Strategie von goyellow.de ist klar: Mit den Kostenlos-Telefonaten werden mehr Nutzer auf die Seite gelockt, das macht sie für zahlende Inserenten wertvoller. Und auch die PeterZahlt GmbH ist kein Wohlfahrtsunternehmen für Quasselstrippen. Die Firma mit Sitz in München will Geld verdienen: "Wir blenden auf dem PC während des Telefonats ein Unterhaltungsprogramm ein, je 30 Sekunden pro Minute ist Werbung zu sehen", erklärt Sprecherin Anja Meyer. Ist das Gespräch beendet, ist auch die Werbung vorbei - und umgekehrt: Wird der Browser mit den Werbeeinblendungen geschlossen, kappt PeterZahlt die Telefonverbindung.
Wie GoYellow und PeterZahlt bietet JaJah kostenlose Festnetzgespräche bei vorheriger Gesprächsanmeldung im Internet an. Dazu gehören auch internationale Anrufe. Voraussetzung fürs kostenlose Telefonieren über JaJah ist jedoch, dass beide Gesprächsteilnehmer registriert sind. "Dafür genügt die Angabe einer E-Mail-Adresse", erklärt JaJah-Sprecher Thilo Bonow.
Für Leute, die regelmäßig Ferngespräche führen, können Angebote wie PeterZahlt oder JaJah eine kostengünstige Alternative sein - wenn der Anbieter nicht gerade überlastet ist. So musste PeterZahlt zeitweise passen, weil die Kapazitäten dem Ansturm nicht mehr gewachsen waren: 160 000 Anrufe gibt es laut Sprecherin Meyer derzeit pro Tag. Im Schnitt dauern sie sechs Minuten. "Die meisten Gespräche gehen nach Polen und in die USA."
Zu bedenken ist auch, dass der Zugang ins Internet ebenfalls Geld kostet. Das spielt nur dann keine Rolle mehr, wenn man eine Flatrate besitzt. Den Umweg übers Internet kann man sich bei JaJah bis auf ein einziges Mal jetzt schon sparen: Das Unternehmen bietet zum Herunterladen eine Software für verschiedene Handys an. Dieser so genannte, auf dem Handy zu installierende Client leitet mobile Gespräche automatisch über JaJah. "Davon bekommt der Kunde gar nichts mit. Er telefoniert so wie immer", sagt Bonow.
Auch beim Telefonieren über das Festnetz will JaJah den Umweg übers Internet bald unnötig machen. Anfang 2007 möchte das Unternehmen seinen Kunden eine kleine Box anbieten, die zwischen Telefon und Telefonanschluss gesetzt wird und die Gespräche umleitet.
Längst locken auch große Telekommunikationsanbieter mit kosten
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