TelDaFax zieht sich aus Vattenfall-Netzgebiet zurück
Troisdorf/Bonn - Der angeschlagene Billigstromanbieter TelDaFax zieht sich aus dem Versorgungsgebiet des Vattenfall-Konzerns zurück. Den betroffenen 45.000 Kunden in Berlin und Hamburg biete das Unternehmen eine sofortige Kündigung der Verträge an und empfehle den Wechsel zu einem anderen Lieferanten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Troisdorf bei Bonn mit.
TelDaFax habe sich bewusst entschieden, den Lieferantenrahmenvertrag mit Vattenfall nicht fortzusetzen. Mit Blick auf die Gesamtsituation des Unternehmens habe das Unternehmen unpopuläre Maßnahmen treffen müssen, erklärte Vorstandschef Hans-Gerd Höptner. In einigen Gebieten versorge das Unternehmen unterhalb der Profitabilitätsgrenze.
In der Vergangenheit hatte sich TelDaFax in der Energiebranche als preisaggressiver Billiganbieter einen Namen gemacht, sich mit dieser Strategie aber in eine existenzbedrohende Schieflage gebracht. Rechnungen wurden nicht bezahlt und die Stromlieferanten kappten die Leitungen zu TelDaFax. Nach einem Wechsel der Eigentümer und dem Einstieg von Investoren hatte der Sanierungsexperte Höptner vor wenigen Wochen das Ruder bei TelDaFax übernommen. Er kündigte an, dass sich TelDaFax aus nicht-profitablen Gebieten zurückziehen werde.
Den TelDaFax-Kunden in Berlin und Hamburg versprach Höptner die zügige Erstellung einer Schlussrechnung und die Auszahlung eventueller Guthaben. Mit dem Rückzug aus der Vattenfall-Region verliert TelDaFax erstmals auf einen Schlag Zehntausende von Kunden. Zuletzt hatte das Unternehmen rund 700.000 Strom- und Gaskunden.
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