Tarifstreit zwischen Telekom und ver.di spitzt sich zu
Die Gewerkschaft ver.di und die Telekom haben in bislang drei Verhandlungsrunden keine Einigung im Tarifstreit für die rund 5.000 Beschäftigten der über 800 Vertriebsfilialen erreicht. Die Telekom bietet drei Prozent mehr Lohn über zwanzig Monate und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Schröder will die zuständige Große Tarifkommission der Gewerkschaft über das Angebot, das bis zum kommenden Donnerstag befristet ist, abstimmen lassen. "Ich werde empfehlen, dass Angebot abzulehnen", sagte er. Er verwies darauf, dass die Lohnerhöhung auf das Jahr umgerechnet bei 1,8 Prozent liegen würde. "Damit sinken die Reallöhne der Beschäftigten."
Der Verhandlungsführer der Telekom, Ralf Steffan, verteidigte das Angebot. "Die auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ausgerichteten Abschlüsse in der Vergangenheit haben dazu beigetragen, die T-Punkt Vertriebsgesellschaft (TPG) zur größten Vertriebsorganisation im deutschen Telekommunikationsmarkt auszubauen." In den vergangenen Jahren seien mehrere hundert neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Telekom hatte ihre Filialen im Jahr 2004 in einer eigenen Tochter gegründet, um ihre Vertriebskraft zu stärken. Konzernintern gilt die TPG als Erfolgsmodell, da die Produktivität pro Mitarbeiter deutlich gestiegen ist.
Weitere Warnstreiks oder sogar ein flächendeckender Streik bei der TPG könnten die Telekom empfindlich treffen, da das Unternehmen sich intensiv um neue Breitband- und Mobilfunkkunden bemüht. Bereits der Streik im vergangenen Jahr hatte die Arbeitsabläufe des Unternehmens massiv behindert. Eine Parallele zum Streit um T-Service will die Telekom aber nicht ziehen. "Die Situationen lassen sich nicht vergleichen, da es sich heute um eine Tarifrunde handelt und im vergangenen Jahr um die Gründung einer Servicegesellschaft", sagte ein Konzernsprecher.
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