Tarifstreit zwischen Telekom und ver.di spitzt sich zu

dpa
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Bonn (dpa-AFX) - Der Tarifstreit zwischen der Deutschen Telekom und der Gewerkschaft ver.di spitzt sich zu. "Die Entwicklung der Tarifgespräche für die T-Punkte erinnert immer mehr an die Auseinandersetzung im vergangenen Jahr", sagte ver.di-Bundesvorstand Lothar Schröder am Sonntag in Bonn der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Er spielte damit auf den Konflikt um die Ausgründung von rund 50.000 Mitarbeitern in den Bereich T-Service an, der erst nach einem wochenlangen Streik beigelegt wurde. Um den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen, würden nun die Warnstreiks ausgeweitet.

Die Gewerkschaft ver.di und die Telekom haben in bislang drei Verhandlungsrunden keine Einigung im Tarifstreit für die rund 5.000 Beschäftigten der über 800 Vertriebsfilialen erreicht. Die Telekom bietet drei Prozent mehr Lohn über zwanzig Monate und eine Einmalzahlung von 500 Euro. Schröder will die zuständige Große Tarifkommission der Gewerkschaft über das Angebot, das bis zum kommenden Donnerstag befristet ist, abstimmen lassen. "Ich werde empfehlen, dass Angebot abzulehnen", sagte er. Er verwies darauf, dass die Lohnerhöhung auf das Jahr umgerechnet bei 1,8 Prozent liegen würde. "Damit sinken die Reallöhne der Beschäftigten."

Der Verhandlungsführer der Telekom, Ralf Steffan, verteidigte das Angebot. "Die auf eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ausgerichteten Abschlüsse in der Vergangenheit haben dazu beigetragen, die T-Punkt Vertriebsgesellschaft (TPG) zur größten Vertriebsorganisation im deutschen Telekommunikationsmarkt auszubauen." In den vergangenen Jahren seien mehrere hundert neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Die Telekom hatte ihre Filialen im Jahr 2004 in einer eigenen Tochter gegründet, um ihre Vertriebskraft zu stärken. Konzernintern gilt die TPG als Erfolgsmodell, da die Produktivität pro Mitarbeiter deutlich gestiegen ist.

Weitere Warnstreiks oder sogar ein flächendeckender Streik bei der TPG könnten die Telekom empfindlich treffen, da das Unternehmen sich intensiv um neue Breitband- und Mobilfunkkunden bemüht. Bereits der Streik im vergangenen Jahr hatte die Arbeitsabläufe des Unternehmens massiv behindert. Eine Parallele zum Streit um T-Service will die Telekom aber nicht ziehen. "Die Situationen lassen sich nicht vergleichen, da es sich heute um eine Tarifrunde handelt und im vergangenen Jahr um die Gründung einer Servicegesellschaft", sagte ein Konzernsprecher.



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