Studie: Weitreichende Verseuchung bei Angriff auf AKW Biblis
dpa
Wiesbaden (dpa) - Bei einem Terroranschlag mit einem Passagierflugzeug auf das hessische Atomkraftwerk Biblis A würden die Folgen nach einer Studie weit über Hessen hinaus reichen. Demnach könnten auch Berlin oder Teile von Nordrhein-Westfalen und Baden- Württemberg radioaktiv verseucht werden, heißt es in der Untersuchung des Freiburger Öko-Instituts, die am Montag in Wiesbaden vorgestellt wurde. Abhängig sei dies von der Windrichtung und dem Grad der Zerstörung des Reaktors.
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Ältere Atomkraftwerke sind gegen Flugzeugabstürze nicht umfassend geschützt. Dazu gehören nach diesen Angaben auch die AKW Isar I, Brunsbüttel und Philippsburg. Die Studie kommt zu der Einschätzung, bei diesen Reaktoren könnte der Absturz eines Passagierflugzeuges zur Kernschmelze führen. Radioaktive Wolken könnten je nach Wetterlage vom südhessischen Biblis aus mehrere hundert Kilometer weit ziehen. Dann könnte es nötig werden, selbst weit entfernte Regionen zu evakuieren. Unter Umständen müssten Menschen aus größeren Gebieten dauerhaft umgesiedelt werden.
Der SPD-Umweltexperte Hermann Scheer sagte, wenn Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) seine Warnung vor Atomterrorismus ernst nähme, müsse er das Aus für Biblis A fordern. Der Reaktor sei deshalb eine so große Gefahrenquelle, weil es in einem Ballungsraum mit zehn Millionen Einwohnern und nur 40 Flugsekunden vom Frankfurter Flughafen entfernt liegt.
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