Studie: Stromkonzerne werden auf Kohle statt auf Gas setzen
dpa
Hamburg (dpa) - Die Steinkohle könnte einer Studie zufolge zur tragenden Säule bei der Modernisierung der deutschen Kraftwerke werden. Nach einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting werden die Stromkonzerne voraussichtlich statt auf relativ umweltfreundliche Gaskraftwerke verstärkt auf neue Kohlekraftwerke setzen, wie die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag berichtete. Grund dafür sei, dass ein Anstieg der Gaspreise und ein Rückgang des Weltmarktpreises für Kohle erwartet werde.
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Die deutschen Stromkonzerne müssen in den nächsten zwei Jahrzehnten veraltete Kraftwerke mit einer Kapazität von 40.000 Megawatt ersetzen. Bislang gingen Experten davon aus, dass bei der Modernisierung Gaskraftwerke bevorzugt werden, weil sie im Vergleich zu Kohlemeilern die Umwelt weniger belasten und effizienter arbeiten. Ausschlaggebend für die Entscheidungen über Investitionen ist nach dem Ergebnis der Studie jedoch die von den Unternehmen erwartete langfristige Entwicklung der Energiepreise.
Die Gaskosten würden in den nächsten Jahren um 20 bis 30 Prozent steigen, weil zwischen 2010 und 2015 die Vorkommen in Grossbritannien und auf dem europäischen Kontinent erschöpft seien. Zugleich werde der Weltmarktpreis für Kraftwerkskohle auf ein Niveau zwischen 40 und 50 Dollar pro Tonne sinken. Grund sind nach Einschätzung der Beratungsfirma die hohen Investitionen der wichtigsten Förderländer in zusätzliche Minen. In diesem Sommer lag der Preis wegen der hohen Nachfrage aus China noch bei 70 Dollar pro Tonne.
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