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Studie: Jeder dritte Energieversorger auf künftigen Markt nicht vorbereitet

Verivox | 03.09.2009
Bild: Konzerngebäude

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Kronberg - Einer aktuellen Studie des Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zufolge muss jeder dritte Energieversorger im deutschsprachigen Raum langfristig um seine Existenz bangen. Besonders betroffen seien vor allem kleinere Versorgungsunternehmen, die in der jüngsten Vergangenheit massive Ergebniseinbußen verzeichnen mussten. Bei Versorgern ganz oben auf der Prioritätenliste: Veränderungen herbeiführen, Talente entwickeln, Innovationen schaffen und unternehmerisch im Markt agieren.


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Der Unterschied zwischen den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Energieversorgern war nie größer als heute – die Schere geht weiter auseinander. „Die Unternehmen der Branche werden heterogener, sie differenzieren sich mehr und mehr“, sagt Prof. Dr. Andreas Bausch, Professor für Strategische und Internationale Unternehmensführung an der Jacobs University Bremen und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Unterschiede struktureller Art werden mit Fortschreiten der Liberalisierung nach und nach von abweichendem strategischem Handeln überlagert – was sich über alle Stufen des Strom- und Gasgeschäfts erstreckt“. Dabei wird deutlich: Fehlende Größe ist offensichtlich auch in der Energiewirtschaft ein Nachteil. Während die Großen ihre Umsatzrendite weitestgehend stabil halten konnten, haben insbesondere die kleinen Unternehmen erhebliche Einbußen zu verzeichnen gehabt. Das wirtschaftliche Ergebnis der kleinen Versorger liegt erstmals seit dem Start der Erhebungen im Jahr 1999 deutlich hinter dem der größeren Energieversorger.

Bei den kleinen Unternehmen mit weniger als 300 Mitarbeitern kommt es im zuletzt untersuchten Zeitraum 2005 bis 2007 zu einem massiven Ergebnisrückgang von mehr als fünf Prozent. „Für kleine Versorger gilt, vorhandene Größenvorteile in Vertrieb, Shared Service, Netz und Erzeugung so zu realisieren, dass sie einerseits den eigenen Marktauftritt nicht gefährden. Andererseits sollten sie die Vorteile kleinerer Einheiten – nämlich Geschwindigkeit, Marktnähe und Innovationskraft – dort nutzen, wo es Mehrwert bringt“, sagt Michael Nolte, Geschäftsführer des Bereichs Energieversorgungswirtschaft bei Accenture.

Finanziell sind die untersuchten Energieversorger derzeit noch flexibel. Der Verschuldungsgrad sank von 142 Prozent in 1999 auf 133 Prozent in 2007. Dieser Entwicklung steht jedoch ein steigender Investitionsbedarf in den kommenden Jahren gegenüber, sei es, aufgrund neuer Technologien wie beispielsweise Energiespeicherung oder intelligenten Stromzählern (Smart Metering). „Wir rechnen damit, dass es nicht zuletzt infolge sinkender operativer Cashflows bei gleichzeitig steigendem Finanzierungsbedarf in den kommenden Jahren zu weitaus kleineren Handlungsspielräumen bei den Gewinnausschüttungen kommt“, sagt Prof. Dr. Andreas Bausch. Betrachtet man den Studien-Zeitraum 1999-2007, sind die Gewinnausschüttungen noch um fast 40 Prozent gestiegen.

Fragt man die Versorger nach den Faktoren, die künftig den größten Einfluss auf die Branche haben werden, steht das Thema Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda, gefolgt vom Gaspreis, der Wechselbereitschaft im Industriekundenmarkt, dem Preiswettbewerb und der Zusammenschluss zu Netzwerken. Den größten Handlungsbedarf in der Zukunft sehen die Befragten in puncto Veränderungsfähigkeit.

Auf die Frage „Welches Unternehmen im deutschsprachigen Energiemarkt würden Sie am unternehmerischsten beurteilen“? antworteten die Teilnehmer der Studie: E.ON, MVV, Trianel, RWE und EWE (Platz 1 bis 5, sortiert nach der Anzahl der Nennungen).

Für die Studie hat der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture in Zusammenarbeit mit der Jacobs University Bremen über neun Jahre hinweg die wirtschaftliche Entwicklung von 121 Energieversorgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht und 105 Führungskräfte aus der Energiebranche nach künftigen Erfolgsfaktoren befragt hat.



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