Studie: Europäische Telekom-Märkte wettbewerbsschwach
Köln - Auf diversen Telekommunikationsmärkten in Europa, unter anderem auch in Deutschland, herrscht einer Studie zufolge immer noch zu wenig Wettbewerb. Wie der Verband der Telekom-Anbieter VATM am Mittwoch in Köln mitteilte, würde den Verbrauchern und Unternehmen in diesen Märkten insgesamt rund 25 Milliarden Euro jährlich unter anderem durch höhere Preise verlorengehen. Dies habe der europäische Wettbewerbsverband ECTA in einer Untersuchung der Märkte in Belgien, Deutschland, Italien, Polen, Portugal und Spanien festgestellt.
Die Nutzungsquote des superschnellen Internets könnte sich verdoppeln, wenn auf den Netzen offener Wettbewerb herrschen würde. Dies würde außerdem zu niedrigeren Preisen und attraktiveren Geschwindigkeiten führen.
Die Untersuchung zeige deutlich, dass der Wettbewerb in Deutschland nicht auf festem Boden stehe, erklärte VATM- Geschäftsführer Jürgen Grützner. Das Wettbewerbsrecht werde zu langsam umgesetzt, um Missbrauch durch den Ex-Monopolisten zu verhindern. Auch eine größere Verfügbarkeit von Vorleistungsprodukten im Bereich des schnellen Internets würde die Vorteile auf Seiten der Verbraucher wesentlich steigern, hieß es in der Studie.
Tatsächlich haben in Deutschland in den vergangenen Jahren aber viele Kunden der Telekom den Rücken gekehrt. Die Bundesnetzagentur sprach im Tätigkeitsbericht 2009 von einer erfreulichen Entwicklung des Wettbewerbs in Deutschland. Im europäischen Vergleich liege das Land bei der Marktdurchdringung mit Breitbandanschlüssen weit über dem Durchschnitt.
Im vergangenen Jahr verlor der Branchenprimus erneut mehr als zwei Millionen Anschlüsse an die Konkurrenz. Dabei sind die Bonner im Breitbandgeschäft längst nicht mehr überall in Deutschland der Marktführer. Bei den Neukunden kam die Telekom 2009 auf einen Marktanteil von weniger als 50 Prozent. In einigen Städten wie in Köln ist das Unternehmen nicht einmal die Nummer zwei auf dem Telekommarkt.
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