Studie: 75 Prozent aller Deutschen nicht sicher vor Akw-Unfall
- Zeitung: Ministerium verhandelt bereits über Verlängerung der Atomlaufzeiten
- Behörden: Keine erhöhte Radioaktivität in Umgebung des Atommülllager Asse
- SPD kritisiert Berufung von Atommanager ins Umweltministerium
- Deutsche Atomkraftwerke stehen bis zu fast einem Drittel still
- Atomkraftkritische Ärzte wissen von Schlampereien in Biblis zu berichten
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Germersheim - Laut einer neuen Untersuchung müssen Dreiviertel aller Bundesbürger mit der Gefahr leben, bei einem schweren Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk radioaktiv verstrahlt zu werden. Wie aus dem aktuellen "Akw-Gefährdungsatlas" der Deutschen Umweltstiftung hervorgeht, wohnen im sicherheitsrelevanten Umkreis der an zwölf Standorten betriebenen 17 Atomkraftwerke, selbst bei zurückhaltenden Schätzungen, jeweils zwischen etwa 5,5 und 12,5 Millionen Menschen. Besonders gefährdet sind demnach unter anderem die Menschen im Großraum Bremen, da sie im potenziellen Einzugsgebiet von bis zu sechs Meilern liegen. Das teilte die Stiftung am Dienstag in Germersheim mit.
Die von einer Arbeitsgruppe der Stiftung anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamts von 2007 ermittelten Gefahrenanalyse nach lebten in einem Radius von rund 150 Kilometern um das Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg beispielsweise rund 12,534 Millionen Menschen. Im potenziell bedrohten Umkreis des niedersächsischen Werks Unterweser nahe Bremen waren es 11,586 Millionen und in dem von Neckarwestheim bei Heilbronn in Baden-Württemberg 11,88 Millionen.
Die Politik müsse auch mit Blick auf diese Gefahren für einen Ausstieg aus der Atomkraft sorgen, forderte die Stiftung. Es sei "nicht nur unverantwortlich, sondern menschenverachtend", Millionen Menschen in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland dieser Bedrohung auszusetzen, erklärte deren Vorstandsmitglied Hans Günter Schumacher.
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