Stromwirtschaft wehrt sich gegen Vorwurf der Preistreiberei
AFP
Berlin (AFP) - Die Stromversorger wehren sich gegen die massive Kritik an den von ihnen geplanten Preiserhöhungen. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Eberhard Meller, hob in der "Netzeitung" vom Mittwoch hervor, dass der Großhandelspreis für Strom an allen Börsen in Europa gestiegen sei. Deutschland sei "keine Insel", sondern in diese Entwicklung an den internationalen Märkten "fest eingebunden". Als Hauptgrund für die Preiserhöhungen führte Meller aber die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn 2007 an.
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Meller reagierte unter anderem auf die Kritik von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Dieser hatte am Vortag in der "Financial Times Deutschland" moniert, die Strompreise hätten sowohl für die Industrie als auch für die Verbraucher inzwischen "eine Schmerzgrenze erreicht, die nicht überschritten werden darf". Viele Versorger planen eine erneute Anhebung ihrer Tarife zum Jahreswechsel, und zwar im Schnitt von neun bis elf Prozent. Dies muss aber von den Wirtschaftsministern der Länder genehmigt werden. Die meisten Ressortchefs haben kritisch reagiert und eine genaue Prüfung angekündigt.
Niemand freue sich über die höheren Strompreise, sagte VDEW-Geschäftsführer Meller: "Auch ich nicht." Er hob hervor, dass es in Deutschland aber wegen der Prüfung durch die Länderminister und der Aufsicht durch die Kartellbehörden "keinen Missbrauch" geben könne. Im Zuge der Liberalisierung des Strommarktes wird allerdings Mitte 2007 Verpflichtung der Anbieter wegfallen, sich ihre Preiserhöhungen von den Bundesländern genehmigen zu lassen.
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