Stromproduzenten gegen schärfere Auflagen von Gabriel und Glos
"Die Branche setzt mit ihren Investitionen technischen Fortschritt in die Praxis um und sorgt für einen Modernisierungsschub." Steinkohlekraftwerke erreichten inzwischen einen Wirkungsgrad von 46 Prozent, Braunkohleanlagen von 43 Prozent und Gas- und Dampfturbinen- Anlagen von 58 Prozent. Diese Effizienz-Entwicklung müsse weitergehen. Brinker bekräftigte die Absicht, in Windkraftanlagen in der Nord- und Ostsee zu investieren.
Der Bundesumweltminister hatte am Vortag eine Verschärfung der Emissionshandelsbedingungen besonders für die Energie produzierende und energieintensive Industrie angekündigt. Hintergrund sei, dass sich die Kohlendioxid-Emissionen in 2002 und 2003 schlechter als erwartet entwickelt hätten. Da diese Jahre die Basis für die Berechnung der Ausgaben an CO2-Zertifikaten seien, müsse Deutschland nun nachträglich verschärfte Anstrengungen unternehmen, unterstrich Gabriel.
Brinker wies nicht nur diese Forderung zurück, sondern auch die Absicht von Glos, über das Kartellrecht die Strompreise nach oben hin bremsen zu wollen. "Das ist kein Wettbewerb mehr", sagte der Strommanager. "Das wäre wieder ein voll regulierter Markt", die Liberalisierung würde rückgängig gemacht. In die Preisbildung an der Leipziger Strombörse dürfe man nicht beliebig eingreifen. Sie sei ein Regulativ zwischen zeitweisem Über- und Unterangebot. Ein Teil der Preiserhöhungen gehe auf Stromengpässe in Skandinavien und Zulieferungen aus deutschen Kraftwerken zurück. Trotz der drohenden Eingriffe in die Gewinnkalkulationen der Stromkonzerne verzichtete der Verband darauf, die angekündigten Investitionen von den staatlichen Rahmenbedingungen abhängig zu machen.
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