Strommanager legen Merkel 21-Milliarden-Investitionspaket vor
"Herr Glos weiß, dass die Energiebranche Investitionen nicht im Intervall von Legislaturperioden plant", wies Meller Kritik zurück. Im Kraftwerksbereich gehe es immerhin um Investitionszyklen von 40 Jahren. Viele der Kraftwerke gelten als veraltet und müssen ersetzt werden. Die Chefs der großen Energiekonzerne dürften die Einladung der Kanzlerin nutzen, um ihre Pläne zu erläutern und erneut die Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken zu verlangen.
Meller bekräftigte die Ankündigung der Energieunternehmen, bis 2020 insgesamt 80 Milliarden Euro zu investieren: je 40 Milliarden in Stromnetze und Kraftwerke, von denen 21 Milliarden für größere Anlagen ab 20 Megawatt Leistung nun sicher seien. Davon wiederum können nach VDEW-Angaben bereits drei Viertel der neuen Kapazitäten bis 2012/2013 ans Netz gehen. Bereits dieses Jahr betrifft das eine Erweiterung des RWE-Erdgaskraftwerks Weisweiler im Aachener Braunkohle-Revier mit einer zusätzlichen Leistung von 540 Megawatt. Die größte Einzelinvestition über 2,2 Milliarden Euro plant das Unternehmen bei zwei Braunkohle-Kraftwerksblöcken im rheinischen Neurath mit je 1100 Megawatt. Sie sollen 2009 in Betrieb gehen.
Zugleich dämpfte Meller Hoffnungen der Verbraucher auf ein Sinken der drastisch gestiegenen Strompreise. Ausreichende Erträge seien erforderlich, um solche Investitionen tätigen zu können. Zugleich warnte der VDEW-Manager davor, die Kosten durch Versteigerungen von Kohlendioxid-Zertifikaten für die nächste Emissionshandelsrunde 2008 bis 2012 in die Höhe zu treiben.
"Angemessene" Preise böten die Chance für neue Stromanbieter und damit den Wettbewerb, sagte Meller. Die Hälfte der geplanten Kraftwerksinvestitionen stamme von neuen Firmen. "Wenn aber während des Gipfels über Möglichkeiten geredet werden soll, wie der Strompreis gezielt gesenkt werden kann, ist auch die Politik gefragt." Denn 40 Prozent der Haushaltsstrom-Rechnung gingen auf staatlich bedingte Steuern und Abgaben wie Ökosteuer und Verbrauchervergütungen für Ökostrom zurück.
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