Stromleitung von Deutschland nach Norwegen geplant
Berlin - Deutschland besitzt derzeit kaum Möglichkeiten, um überschüssigen Strom effizient zu speichern. Für das Gelingen der Energiewende ist das jedoch sehr wichtig. Ein Seekabel nach Norwegen ist ein erster Schritt zur Lösung dieses Problems.
Wichtiger Baustein für die Energiewende: Norwegen will bis 2018 die erste Seekabelverbindung nach Deutschland bauen. Das kündigte der norwegische Erdöl- und Energieminister Ola Borten Moe am Donnerstag bei einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) in Berlin an. Rösler wertete die Entscheidung als großen Schritt für die Nutzung der erneuerbaren Energien.
Die Energiewende ist nur zu schaffen, wenn überschüssiger Ökostrom im großen Stil gespeichert werden kann, damit bei wenig Wind und Sonne genug Strom zur Verfügung steht. In Deutschland gibt es bislang aber nicht genug Energiespeicher. Mit der Seekabelverbindung kann Deutschland in Zukunft auch Pumpspeicherkraftwerke in Norwegen nutzen, wo es die größten Speicherkapazitäten gibt.
Pumpspeicherkraftwerke in Norwegen
Mit überschüssigem Strom, der von Deutschland nach Norwegen geschickt wird, könnte Wasser in höher gelegene Becken gepumpt werden. Braucht Deutschland Strom, könnte das Wasser in tieferliegende Becken abgelassen werden und riesige, stromerzeugende Turbinen antreiben. "Durch den Austausch wird die Versorgungssicherheit in Deutschland gestärkt und der Strompreis für Verbraucher und Unternehmen entlastet", sagte Rösler.
Das Seekabel soll von Norwegen nach Schleswig-Holstein führen, die Einzelheiten der Finanzierung sollen bis Ende September geklärt werden. Diese wird vom norwegischen Netzbetreiber Stattnet, auf deutscher Seite vom Netzbetreiber Tennet sowie von der staatlichen KfW-Bankengruppe getragen. Um die Seekabelverbindung hatte sich auch Großbritannien bemüht. Dorthin soll nun bis 2020 ein zweites Kabel gebaut werden.
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