Stromfresser Heizstrahler: Draußen lieber Decken nutzen
Während Gaststätten-Besucher überhaupt nicht mitbekommen, welcher Preis für die Strahlerwärme bezahlt werden muss, sieht das auf der eigenen Terrasse anders aus. Denn die so harmlos anmutenden Pilze sind wahre Energiefresser. Bis zu 14 Kilowatt beträgt die Leistung solch eines Heizstrahlers. "Mit dieser Leistung kann man einen Einfamilienhaus-Altbau mit 100 bis 150 Quadratmeter Wohnfläche beheizen", erklärt Hennig.
Eine Propangas-Flasche enthält in der Regel 11 Kilogramm. "Damit können sie einen Terrassenheizstrahler bei voller Leistung etwa 10 Stunden betreiben", so der Ingenieur. Je Flasche werden dabei 33 Kilogramm Kohlendioxid ausgestoßen.
Die Stromstrahler sind nach Berechnungen der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen in Wuppertal zwar günstiger für den Geldbeutel. Während bei einem Gas-Heizpilz mit einer Leistung von 12 Kilowatt 6 Stunden Wärme rund 15 Euro kosten, sind es bei einem strombetriebenen Gerät lediglich rund 11 Euro. "In ökologischer Hinsicht aber verliert der stromgespeiste Heizstrahler", sagt Oliver Weckbrodt von der EnergieAgentur. Denn der Kohlendioxid-Ausstoß ist bei den Strom-Strahlern fast vier Mal so hoch.
Ob Strom oder Gas: Die Umweltbelastung durch die Strahler summiert sich, zumal viele Gastronomen gleich mehrere Geräte brauchen: "Hat ein Wirt vier Heizpilze, die an 60 Tagen jeweils 10 Stunden verwendet werden, kommt er auf einen Gesamtverbrauch von 29 Kilowattstunden", hat Gröschel berechnet, der mit seiner Kampagne Gastronomen zum Verzicht auf die Pilze bewegen will. Zwischen 3000 und 3600 Euro seien dafür zu veranschlagen. Der Kohlendioxid-Ausstoß liege bei diesem Beispiel bei 5,3 Tonnen. Ein Mittelklasse-Auto stoße bei einer jährlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern 3,5 Tonnen Kohlendioxid aus.
Für Peter Hennig stehen die Strahler in einer Reihe mit Flachbild-Fernsehern und High-Tech-Espressomaschinen: "Es gibt viele Sachen, die werden neu erfunden und dann wird ganz Deutschland damit beglückt - irgendwann gibt es die dann billig beim Discounter." Wer unbedingt einen Heizpilz haben muss, sollte zumindest einen geschützten Bereich darum errichten. "Dann hält die Wärme etwas länger."
Die Heizpilze nur mit halber Kraft zu betreiben, bringt laut Lothar Gröschel dagegen nichts: "Die Geräte funktionieren eigentlich erst dann richtig, wenn sie voll aufgedreht werden. Bei halber Leistung verschwindet die warme Luft einfach nach oben und erreicht nicht einmal ihren Kopf."
Weitere Nachrichten vom 13.11.2007
- Telekom senkt Preise für DSL-Komplettpakete
- E.ON steigert Gewinn in ersten neun Monaten um 22 Prozent
- Bewegungsmelder im Flur hilft beim Energiesparen
- Sonnenenergie für Ägypten - Erlanger Firma erhält Millionenauftrag
- Kinder surfen mit voller Aufmerksamkeit im Netz
- Supercomputing: Jülich wieder an der Weltspitze
- Unabhängige Stromanbieter begrüßen hessischen Gesetzentwurf
- Kritische Sicherheitslücke in Mobiltelefonen von Sony Ericsson
- Simyo bietet Rufnummermitnahme kostenlos an
- Zwei neue meldepflichtige Ereignisse im AKW Brunsbüttel
- Glos kritisiert Pläne für neue EU-Telekom-Behörde
- Iran und Pakistan über Vertrag zu Gaspipeline einig
- Warner Music-Chef: Handybauer könnten von Apple und Google abgehängt werden
- Techem verdient operativ im Gesamtjahr 2006/2007 bei Umsatzplus mehr
- Vodafone erhöht nach Gewinnsteigerung Prognose für 2007/2008
- Vattenfall kündigt nach Atompannen neuen Sicherheitschef an
- Greenpeace fordert Braunkohle-Ausstieg - Aktion vor Kanzleramt
- IT-Konzern IBM kauft Softwarespezialist Cognos
- Navigationsanbieter will Handy-Daten für Verkehrsservice nutzen
- EU-Kommissarin Reding: Netzentbündelung im Telekomsektor wird kommen
- Klimaziele nur ein Wunsch? - Globaler Energieverbrauch steigt weiter

