Stromfresser Heizstrahler: Draußen lieber Decken nutzen

dpa, Verivox
Bild: Stromleitungen



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Berlin (dpa) - Um auch im Winter ohne Frieren im Freien sitzen zu können, sollte besser der bewährten Decke statt den immer beliebter werdenden Heizpilzen der Vorzug gegeben werden. Denn die mit flüssigem Propangas betriebenen Strahler verbrauchen viel Energie und stoßen entsprechend viel Kohlendioxid aus. Auch die neuen Heizstrahler auf Strombasis seien aus Umweltsicht keine sinnvolle Alternative, sagt Peter Hennig vom Energie-Beratungsunternehmen Senercon in Berlin. "Der Wirkungsgrad von Strom und Gas ist etwa gleich, auch wenn die Hersteller der Stromgeräte für ihre Systeme von deutlich höheren Wirkungsgraden ausgehen."

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"Über die Folgen und die entstehenden Kosten sind sich die Leute überhaupt nicht im Klaren", sagt Lothar Gröschel aus Berlin, einer der Gründer der Initiative "Prost Klima". Bislang finden sich die Strahler vor allem in der Gastronomie. "Es entsteht derzeit aber auch zunehmend ein Privatmarkt."

Während Gaststätten-Besucher überhaupt nicht mitbekommen, welcher Preis für die Strahlerwärme bezahlt werden muss, sieht das auf der eigenen Terrasse anders aus. Denn die so harmlos anmutenden Pilze sind wahre Energiefresser. Bis zu 14 Kilowatt beträgt die Leistung solch eines Heizstrahlers. "Mit dieser Leistung kann man einen Einfamilienhaus-Altbau mit 100 bis 150 Quadratmeter Wohnfläche beheizen", erklärt Hennig.

Eine Propangas-Flasche enthält in der Regel 11 Kilogramm. "Damit können sie einen Terrassenheizstrahler bei voller Leistung etwa 10 Stunden betreiben", so der Ingenieur. Je Flasche werden dabei 33 Kilogramm Kohlendioxid ausgestoßen.

Die Stromstrahler sind nach Berechnungen der EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen in Wuppertal zwar günstiger für den Geldbeutel. Während bei einem Gas-Heizpilz mit einer Leistung von 12 Kilowatt 6 Stunden Wärme rund 15 Euro kosten, sind es bei einem strombetriebenen Gerät lediglich rund 11 Euro. "In ökologischer Hinsicht aber verliert der stromgespeiste Heizstrahler", sagt Oliver Weckbrodt von der EnergieAgentur. Denn der Kohlendioxid-Ausstoß ist bei den Strom-Strahlern fast vier Mal so hoch.

Ob Strom oder Gas: Die Umweltbelastung durch die Strahler summiert sich, zumal viele Gastronomen gleich mehrere Geräte brauchen: "Hat ein Wirt vier Heizpilze, die an 60 Tagen jeweils 10 Stunden verwendet werden, kommt er auf einen Gesamtverbrauch von 29 Kilowattstunden", hat Gröschel berechnet, der mit seiner Kampagne Gastronomen zum Verzicht auf die Pilze bewegen will. Zwischen 3000 und 3600 Euro seien dafür zu veranschlagen. Der Kohlendioxid-Ausstoß liege bei diesem Beispiel bei 5,3 Tonnen. Ein Mittelklasse-Auto stoße bei einer jährlichen Fahrleistung von 15 000 Kilometern 3,5 Tonnen Kohlendioxid aus.

Für Peter Hennig stehen die Strahler in einer Reihe mit Flachbild-Fernsehern und High-Tech-Espressomaschinen: "Es gibt viele Sachen, die werden neu erfunden und dann wird ganz Deutschland damit beglückt - irgendwann gibt es die dann billig beim Discounter." Wer unbedingt einen Heizpilz haben muss, sollte zumindest einen geschützten Bereich darum errichten. "Dann hält die Wärme etwas länger."

Die Heizpilze nur mit halber Kraft zu betreiben, bringt laut Lothar Gröschel dagegen nichts: "Die Geräte funktionieren eigentlich erst dann richtig, wenn sie voll aufgedreht werden. Bei halber Leistung verschwindet die warme Luft einfach nach oben und erreicht nicht einmal ihren Kopf."



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