Strombörse wehrt sich gegen Vorwurf der Preismanipulation
Die Vorwürfe seien nicht neu und richteten sich auch nicht gegen die Strombörse selbst, sondern gegen die Marktteilnehmer, betonte der Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzba), Holger Krawinkel, im Nachrichtensender n-tv. Dass die Börse nicht richtig funktioniere und die Preise nach oben getrieben werden könnten, läge daran, dass es zu wenige Anbieter gebe. Nur jede zehnte Kilowattstunde Strom wird in Deutschland an der Börse gehandelt. "Für Verbraucher und Wirtschaft ist es absolut irrelevant, ob direkt oder im Umfeld der Börse getrickst und manipuliert wird", erklärte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn. Der "Abzockementalität von RWE, Eon & Co." müsse dringend ein Riegel vorgeschoben werden.
RWE hatte die Anschuldigungen bereits zurückgewiesen. Im vergangenen Jahr habe der heiße Sommer dazu geführt, dass einige Kraftwerke nicht die volle Leistung bringen konnten. Hinzu kam der Ausfall des Kernkraftwerkes Biblis. Das knappe Angebot habe die Preise steigen lassen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Energiekosten im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent.
Einer Studie der TU Dresden zufolge lagen die Energiepreise in den vergangenen zwei Jahren ein 20 bis 25 Prozent zu hoch. Verbraucherschützer gehen davon aus, dass Privathaushalte und Betriebe jährlich 13,5 Milliarden Euro zu viel für ihren Strom zahlen. Der Dresdner Energiewirtschaftsprofessor Christian von Hirschhausen geht jedoch davon aus, dass die Preise mit zunehmendem Wettbewerb sinken. Die derzeitigen überhöhten Preise seien normal auf dem Weg vom Monopol zum Wettbewerb, sagte Hirschhausen dem MDR. Für einen intensiveren Wettbewerb sei jedoch die Trennung von Stromnetzen und Stromerzeugern notwendig. "Wenn Stromanbieter und Netzanbieter in einer Hand liegen, ist das so, als wenn Lok Leipzig zum Spiel gegen Dynamo Dresden seinen eigenen Schiedsrichter mitbringt."
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