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Strom: Die nächste Erhöhungswelle rollt an

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Viele Stromversorger haben weitere Strompreiserhöhungen angekündigt. Auch in den kommenden Monaten ist mit weiteren Kostensteigerungen zu rechnen. Insgesamt 75 Grundversorger erhöhen ihre Strompreise um durchschnittlich 3,4 Prozent. Rund 7 Millionen Haushalte liegen in den betroffenen Gebieten.

Preisrunde im Frühjahr etabliert sich

Für Februar, März und April haben 75 Anbieter Preiserhöhungen von durchschnittlich 3,4 Prozent angekündigt oder bereits durchgeführt. Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh erwarten Mehrkosten von durchschnittlich 42 Euro pro Jahr.

„Statt wie in der Vergangenheit üblich zum 1. Januar die Preise anzupassen, verschieben immer mehr Versorger ins Frühjahr“, erklärt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung von Verivox. „Wir rechnen mit weiteren Preiserhöhungen in den nächsten Wochen.“

Bereits zu Beginn des Jahres hatten 354 Grundversorger an der Preisschraube gedreht. Damit hat unterm Strich in den ersten Monaten 2017 die Hälfte aller Versorger ihre Strompreise erhöht.

Steigende Umlagen, Netzgebühren und Beschaffungskosten

Ein Grund für die Preiserhöhungen ist die gestiegene Ökostrom-Umlage. Sie kletterte zum Jahreswechsel auf das Rekordhoch von 6,88 Cent je kWh. Die §19-NEV-Umlage, mit der große Stromverbraucher bei den Netzentgelten entlastet werden, stieg geringfügig auf 0,388 Cent je kWh. Gleichzeitig verteuerten sich die Netzkosten im bundesweiten Durchschnitt um 8 Prozent. Demgegenüber stehen jedoch fallende Beschaffungspreise an den Strombörsen.

Strom in der Grundversorgung so teuer wie noch nie

Die Preise für Strom aus der Grundversorgung befinden sich auf Rekordniveau. Aktuell bezahlt ein Durchschnittshaushalt 1.223 Euro – 2 Prozent mehr als noch vor 12 Monaten. Aber auch die Preiskluft zwischen den Anbietern ist gewaltig. Ein Vierpersonenhaushalt, der aus der Grundversorgung zum besten Tarif mit verbraucherfreundlichen Bedingungen wechselt, spart derzeit im Durchschnitt 380 Euro. Noch vor zehn Jahren betrug die jährliche Ersparnis nur rund 190 Euro.

Wer jetzt eine Nachricht über eine Preiserhöhung erhält, sollte das starke Preisgefälle zwischen den Anbietern zum Wechsel nutzen. In der Regel übernimmt der neue Anbieter die Abmeldung beim bisherigen Versorger. Wer schon einmal gewechselt und einen Vertrag mit längeren Laufzeiten und Kündigungsfristen gewählt hat, sollte im Falle einer Preiserhöhung von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und selbst kündigen.