Streit zwischen EU-Kommission und Berlin um VDSL-Netz eskaliert

dpa
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Brüssel (dpa) - Der Streit zwischen der Bundesregierung und der EU-Kommission um das neue VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Telekom eskaliert. Medienkommissarin Viviane Reding machte am Donnerstag in Brüssel klar, dass sie Deutschland in der Diskussion um Wettbewerbsvorteile für die Telekom nicht entgegenkommen will. Auch die Bundesregierung beharrt mit scharfen Worten weiter auf ihrem Standpunkt. Damit zeichnet sich ab, dass die Kommission den Fall im Juni vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) bringen wird.

Das oberste EU-Gericht könnte Änderungen am neuen Telekommunikationsgesetz (TKG) erzwingen, das im Zentrum des Streits steht. Es befreit das neue VDSL-Glasfasernetz der Telekom während der Aufbauphase von der Aufsicht durch die Bundesnetzagentur.

Brüssel hat wegen dieser "Regulierungspause" vor gut einem Monat ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet. Die Wettbewerbshüter kritisieren, der Bonner Konzern werde rechtswidrig begünstigt. Diese "Unterstellung" der EU-Kommission sei falsch, heißt es in einem Brief der Bundesregierung, der am Mittwoch in Brüssel eintraf. Die Mitgliedstaaten hätten die Pflicht, Innovationen und Investitionen in neue Infrastruktur zu fördern. Die Bundesregierung biete der Kommission ein "klärendes Gespräch" an.

Sei sei stets bereit, mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zu diskutieren, sagte Reding. "Wenn er mit dem Vorschlag kommt, das Gesetz zu ändern, empfange ich ihn mit offenen Armen." Der Behörde ist der hohe Marktanteil der Telekom bei Breitbandanschlüssen ein Dorn im Auge. Zudem seien die Eigentumsanteile am einstigen Staatsmonopolisten nach wie vor zu einem beachtlichen Teil in staatlicher Hand.

Die Telekom hatte ihre Investition von drei Milliarden Euro in das VDSL-Netz von einer Befreiung von der Regulierung abhängig gemacht. Wettbewerber wiederum haben angekündigt, wegen der "Regulierungsferien" ihre Investitionen im VDSL-Zukunftsmarkt zu drosseln.



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