Strahlenschutz-Amt: Hälfte des Weges zum Atomausstieg zurückgelegt

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Bild: Stromleitungen



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Salzgitter (AFP) - Rechnerisch gesehen ist etwa die Hälfte des Weges zum Atomausstieg zurückgelegt. Das geht aus den am Donnerstag vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Salzgitter veröffentlichten Daten über die 2007 von den deutschen Atomkraftwerken erzeugten Strommengen hervor. Demnach hatten die Akw vom Stichtag 1. Januar 2000 bis zum 31. Dezember 2007 rund 47 Prozent der ihnen noch insgesamt zugestandenen Strommenge erzeugt, wie BfS-Präsident Wolfram König mitteilte. Seither erzeugte Strommengen sind in dieser Statistik noch nicht erfasst. Unklar bleibt, ob Akw gemäß dem Ausstiegsbeschluss noch vor der Bundestagswahl 2009 den Betrieb einstellen müssen.

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2007 lag die Stromproduktion der Atomkraftwerke mit zusammen rund 133 Milliarden Kilowattstunden laut BfS deutlich unter den Werten der Vorjahre, da mehrere Kraftwerke über längere Zeiträume wegen Wartungsarbeiten oder technischer Störungen keinen Strom produzierten. Zeitweise standen demnach sieben Akw gleichzeitig still, ohne dass dies zu Engpässen geführt habe. Vielmehr habe die deutsche Energiewirtschaft auch im vergangenen Jahr 19 Milliarden Kilowattstunden Strom mehr exportiert als importiert. Indirekt widersprach das BfS damit der These der Stromwirtschaft ein Abschalten von Atomkraftwerken würde die Versorgungssicherheit gefährden oder zu Preiserhöhungen führen.

Nächste Abschaltkandidaten sind der Statistik zufolge die Atomkraftwerke Biblis A, Neckarwestheim I und Brunsbüttel, deren Strommengenkontingent bei voller Jahresauslastung 2008 und 2009 jeweils bis Ende kommenden Jahres erschöpft wäre. Allerdings ist das Akw Brunsbüttel ebenso wie Krümmel nach Störungen jeweils im Sommer 2007 noch gar nicht wieder am Netz. Bei mehreren Akw war wiederholt darüber spekuliert worden, die Betreiber könnten die Anlagen nur mit verminderter Leistung fahren, um in der Hoffnung auf eine politische Abkehr vom Atomausstieg die drohende Abschaltung bis nach der Bundestagswahl zu verzögern.

Im Atomkonsens war festgelegt worden, dass Atomkraftwerke ab dem Jahr 2000 noch so viel Strom erzeugen dürfen, wie es einer rechnerischen Laufzeit von 32 Jahren entspricht. Dazu kamen einige Sonderregeln zum Beispiel für das nie in Betrieb gegangene Akw Mülheim-Kärlich. Ein exaktes Abschaltdatum für einzelne Anlagen lässt sich wegen der teilweise erheblichen Unregelmäßigkeiten im Betrieb daher nicht vorhersagen. Union und FDP wollen die Akw-Laufzeiten verlängern oder sogar neue Kraftwerke bauen. Anträge der Betreiber auf Strommengenübertragungen von neueren auf ältere Atomkraftwerke hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) bislang abgelehnt.



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