Stilllegung des Atomendlagers Morsleben wird teuer
Berlin - Die Stilllegung des ehemaligen DDR-Atommüllendlagers Morsleben in Sachsen-Anhalt dürfte nach vorsichtigen Angaben des Bundesumweltministeriums zwischen 800 Millionen und 1,6 Milliarden Euro kosten. Seriöse Detailangaben zur Beendigung dieser unterirdischen Lagerstätte für schwach und mittelstark radioaktive Abfälle könnten derzeit jedoch noch nicht gemacht werden, sagte Umwelt-Staatssekretär Jürgen Becker am Mittwoch im Umweltausschuss des Bundestages, wie dessen Pressestab berichtete.
Schätzungen zufolge könnte die Stilllegung 1,2 Milliarden Euro erfordern, wird der Staatssekretär zitiert. Diese Angabe habe jedoch eine Schwankungsbreite von 30 Prozent nach oben und unten. Die Chance, dass sich die Atomwirtschaft daran beteiligt, sind nach Angaben des Ministeriums jedoch gering. Hier bestünden rechtliche Probleme, da das Endlager als "Altlast" der DDR gelte. Der Staatssekretär teilte mit, dass bis 2013 mit einem Ende des Planfeststellungsverfahrens gerechnet werde. Erst danach und nach der erforderlichen Umrüstung des Salzstocks nahe der niedersächsischen Landesgrenze sei es möglich, mit der Stilllegung zu beginnen. Dafür seien nach heutigem Planungsstand 15 Jahre angesetzt.
Nach bisherigen Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) soll die Grube innerhalb von 20 Jahren so stillgelegt werden, dass keine radioaktiven Stoffe nach außen gelangen. Seit 1998 wird kein neuer Abfall mehr dorthin gebracht. Zuvor waren aber seit der deutschen Wiedervereinigung in den 90er Jahren Atomabfälle aus Westdeutschland eingelagert worden.
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