Start für Krümmel und Brunsbüttel ungewiss
Berlin - Der Termin für das Wiederanfahren der seit eineinhalb Jahren abgeschalteten Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel bleibt ungewiss. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass die Anlagen so bald wie möglich wieder in Betrieb gehen", sagte der Vorstandschef des Betreibers Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, am Mittwoch in Berlin. Derzeit liefen weitere Erneuerungsarbeiten an mehreren hundert Dübeln und Armaturen, für die rund 100 Millionen Euro aufgewendet werden. Über die Inbetriebnahme entscheide dann die Aufsichtsbehörde, über den Zeitpunkt wolle er nicht spekulieren. Die Meiler in Schleswig-Holstein waren im Juni 2007 nach Pannen vom Netz genommen worden.
Als Berater des schwedischen Vattenfall-Mutterkonzerns wurde der frühere Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde, Hans Blix, vorgestellt. Der 80-Jährige, der auch Leiter einer Kommission von UN-Waffeninspekteuren im Irak war, befürwortete die Nutzung der Kernenergie zum Klimaschutz. Bei Vattenfall ist er Mitglied eines "nuklearen Sicherheitsrats", der Standards fortentwickeln soll.
Vattenfall-Chef Lars Josefsson bekräftigte, Atomenergie werde wie erneuerbare Energien gebraucht, um den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) zu verringern. Prinzipiell sei Vattenfall als international tätiger Konzern für Neubauten bereit. Dass dies in Deutschland nach derzeitiger Lage nicht möglich sei, respektiere das Unternehmen. Josefsson versicherte, bei den andauernden Arbeiten in Krümmel und Brunsbüttel gebe es keinen Hintergedanken, dass im Herbst die Bundestagswahl ansteht und die Atompolitik sich anschließend ändern könnte.
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