Stahlmanager Großmann wird schon ab Oktober neuer RWE-Chef
Großmann ist Inhaber des niedersächsischen Stahlwerks Georgsmarienhütte, das er fast bankrott übernahm und in einen florierenden Konzern umbaute. Der bisherige RWE-Chef, der Niederländer Harry Roels, hatte Deutschlands zweitgrößten Energieversorger in den vergangenen vier Jahren verschlankt und auf das Energiegeschäft konzentriert. Jedoch war das Verhältnis zu den Kommunen, die wichtige Anteilseigner sind, belastet. Außerdem wurde ihm das Fehlen von Ideen für die Zukunft vorgeworfen.
Der in Mülheim an der Ruhr geborene Großmann kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Der verheiratete Vater von drei Kindern studierte zunächst Wirtschaftswissenschaft und Eisenhüttenkunde. Später heuerte er beim Stahlkonzern Klöckner an. Bei der Insolvenz von Klöckner im Jahr 1993 kaufte er die Georgsmarienhütte aus dem insolventen Klöckner-Konzern für symbolische zwei D-Mark. Heute ist die Firma einer der führenden deutschen Stahlproduzenten und liefert vor allem an Autohersteller, etwa DaimlerChrysler oder BMW.
Der RWE-Konzern, einer der größten Energieversorger Europas, ist jedoch ein anderes Kaliber für Großmann. Der Konzern hatte sich unter dem bisherigen Chef Roels von Beteiligungen am Baukonzern Hochtief oder dem britischen Wasserversorger Thames Water getrennt und sich auf das Strom- und Gasgeschäft konzentriert. Allerdings wurde Roels immer wieder vorgeworfen, er verfüge über keine klare Zukunftsstrategie. In der Branche wurden Stimmen laut, wonach RWE selbst zum Übernahmekandidaten werden könnte, weil der Konzern untätig der Fusionswelle in der Energiebranche zusah.
Roels galt außerdem als unbeliebt bei den Kommunen, die rund 18 Prozent an RWE halten. Zudem galten die Kontakte des Niederländers zur deutschen Politik als wenig ausgeprägt. Sein designierter Nachfolger Großmann gilt dagegen als enger Vertrauter von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU).
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