Städte könnten Energieversorgung wieder übernehmen
Berlin - Viele Gemeinden und Städte könnten in den nächsten Jahren die Strom- und Gasversorgung von den großen Energiekonzernen wieder übernehmen. In den kommenden zwei Jahren liefen weit über 2000 Verträge der Kommunen mit den meist großen Energiekonzernen über die Versorgung aus, erklärten der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) am Mittwoch in Berlin. Dies biete den Gemeinden und kommunalen Unternehmen viele Möglichkeiten, die über die reine Energieversorgung hinausgingen, beispielsweise beim Klimaschutz.
Viele Kommunen hatten ihre Stadtwerke an die großen Energiekonzerne verkauft oder Konzessionen zur Energieversorgung an die Unternehmen vergeben. Viele Städte und Gemeinden bereuen dies nun aber, gründen neue eigene Stadtwerke oder kaufen die Versorger von den Konzernen zurück. Erst vergangene Woche erwarb eine Gruppe von 50 Städten für gut drei Milliarden Euro vom E.ON-Konzern die Stadtwerke-Tochter Thüga. Das Versorger-Netzwerk hat rund 3,5 Millionen Stromkunden.
Viele Kommunen könnten sich es allerdings nicht leisten, selbst wieder in das Energiegeschäft einzusteigen, erklärten die Kommunalverbände. In diesen Fällen biete aber auch ein neuer Konzessionsvertrag "die Chance, kommunalen Einfluss auf die Netzinfrastruktur und die Versorgung sicherzustellen". Die Verträge seien ein wichtiges Mittel "zur Gestaltung von Kommunalpolitik: vom Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen vor Ort bis zu lokalen Klimaschutzkonzepten". Zudem könnten die Städte und Gemeinden damit sicherstellen, dass auch künftig "Energie flächendeckend zu erschwinglichen Preisen erhältlich" sei.
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