Stadtwerke drohen mit Investitionsstopps
- Merkel will sich bei AKW-Laufzeiten vorerst nicht festlegen
- Umwelthilfe: Laufzeitverlängerung ohne Endlager ist rechtswidrig
- Ökostrombranche lehnt Geld aus längeren Kraftwerkslaufzeiten ab
- Verband fordert kritische Betrachtung der Effekte der Laufzeitverlängerung
- Kartellamt fordert bei Laufzeitverlängerung Zugeständnisse der Energieversorger
- Wirtschaftsminister knüpft AKW-Laufzeitverlängerung an Bedingungen
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Düsseldorf - Im Streit um die geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke droht den Betreibern E.ON
Mit längeren Laufzeiten würde die Vormachtstellung der vier Kernkraftwerksbetreiber auf Jahre festgeschrieben, berichtet die Zeitung aus einem Gutachten, das Stadtwerke und regionale Stromversorger am Montag vorstellen wollen und das dem Blatt vorliege. Stadtwerke erzeugen derzeit zehn Prozent der Energie in Deutschland.
Mit ihrem Vorstoß erschweren die Stadtwerke der schwarz-gelben Koalition die Umsetzung ihrer Zusage, die Laufzeiten der 17 Reaktoren über das Jahr 2022 hinaus zu verlängern. Das Thema sorgt auch in der Koalition für Streit. Während vor allem Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) dafür plädiert, die Laufzeiten nur um wenige Jahre zu verlängern, spricht sich der Wirtschaftsflügel der Union für eine großzügige Regelung aus.
Rückendeckung bekommen die Stadtwerke vom Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), in dem 800 Stadtwerke zusammengeschlossen sind: Die Bundesregierung müsse sich darüber im Klaren sein, dass die Laufzeitverlängerung "einen massiven Eingriff in die Marktverhältnisse darstellt", sagte VKU-Präsident Stephan Weil der Zeitung. Viele Stadtwerke hätten im Vertrauen auf das Auslaufen der Kernkraft Investitionen geplant, die die Energieversorgung dezentraler gestalten und klimafreundlicher machen könnten. "Eine Laufzeitverlängerung nimmt der Umstrukturierung der Energieerzeugung die erforderliche Dynamik", sagte Weil.
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