Stadtwerke aus Südwestdeutschland wollen Windpark in der Nordsee bauen
Tübingen - Eine Gruppe von Städten und Gemeinden aus Südwestdeutschland will für fast 1,5 Milliarden Euro einen Windpark in der Nordsee errichten. 80 Windkraftanlagen sollen etwa 100 Kilometer nordwestlich von Borkum gebaut werden und umweltfreundlichen Strom für 400 000 Haushalte erzeugen. Der Baubeginn ist für den Herbst geplant.
"Wir machen uns unabhängig von den großen Energiekonzernen, und wir machen einen großen Schritt in Richtung umweltfreundlicher Stromversorgung der Städte", sagte Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne), einer der Initiatoren, am Donnerstag. Dem Stadtwerkeverbund SüdWestStrom Windpark mit Sitz in Tübingen gehören derzeit 15 Mitglieder an. Nach dem Ende der Sommerferien in Baden-Württemberg Mitte September sollen weitere hinzukommen.
Bereits im nächsten Jahr werde der erste kommerzielle Offshore-Windpark, den eine Stadtwerke-Kooperation errichte, den ersten Strom liefern, teilte der Verbund mit. Von 2011 an werde die Anlage mit voller Auslastung laufen und jährlich 1,6 Terrawattstunden Strom produzieren. "Die Landespolitik verhindert mit ihrer Politik gezielt Windkraft in Baden-Württemberg, deshalb müssen wir an die Küste ausweichen", sagte Palmer. Aus Angst vor einer "Verspargelung" der Landschaft ist der Bau von Windrädern auf der Schwäbischen Alb oder auf den Höhen des Schwarzwaldes stark eingeschränkt. Nur 0,8 Prozent des Stroms im Südwesten stammt aus Windkraftanlagen - damit liegt der Südwesten im Ländervergleich weit hinten.
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