Stadtwerke auf Expansionskurs: Thüga liebäugelt mit Gazprom

Berlin - Kleine Stadtwerke sind in Deutschland zunehmend auf Expansionskurs. Um ernsthafte Konkurrenz für die Energieriesen E.ON, RWE und EnBW darzustellen, strebt die Stadtwerkeholding Thüga nun eine Partnerschaft mit Gazprom an.

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Bild: Thüga Text: dapd, dpa-AFX

Die Stadtwerkeholding Thüga will die etablierten Stromriesen mit neuen Partnern attackieren. "Die Ära der Stadtwerke hat begonnen", sagt der Thüga-Aufsichtsratschef und Wiesbadener Oberbürgermeister Helmut Müller der Süddeutschen Zeitung. Mindestens eine Milliarde Euro wolle die Stadtwerkeholding mit Sitz in München in den kommenden Jahren in den Aufbau neuer Ökostrom-Kapazitäten investieren, vor allem in Windparks.

Thüga-Chef Ewald Woste zeigte sich offen für den Bau gemeinsamer Kraftwerke mit Russlands Gasversorger Gazprom. "Das Unternehmen ist uns grundsätzlich sehr willkommen. Wir können uns den Bau gemeinsamer Kraftwerke vorstellen", sagte er dem Blatt. Der Konzern habe die finanziellen Mittel und das Lieferpotenzial für gemeinsame Projekte.

Für Gazprom wäre die Thüga ein mächtiger Partner bei dem seit langem geplanten Einstieg in den deutschen Strommarkt. Das Unternehmen, das etwa 50 Stadtwerken gehört, versorgt 3,5 Millionen Kunden mit Strom, gut 2,2 Millionen Kunden mit Erdgas und eine Million Kunden mit Trinkwasser. Der Gesamtumsatz lag zuletzt bei etwa 20 Milliarden Euro. Die Stadtwerke hatten den Konzern erst im Jahr 2009 für 2,9 Milliarden Euro vom größten deutschen Energiekonzern E.ON gekauft. Einen Einstieg von Gazprom lehnt die Thüga dagegen ab. Gazprom hat seit Mitte November über die Londoner Tochter GM&T bereits Zugang zum deutschen Endkundenmarkt. Die Tochter übernimmt derzeit die Energiesparte des hessischen Strom- und Telekommunikationsanbieters Envacom Service.

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