Spiegel: Industrie wirft Strombranche Preistreiberei vor
dpa
Hamburg (dpa) - Der Geschäftsführer des Verbandes Industrieller Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Alfred Richmann, hat nach einem Bericht des "Spiegel" den vier grossen deutschen Stromanbietern Preistreiberei vorgeworfen. Sie schraubten neben den Preisen für die Netznutzung auch die Erzeugerpreise in die Höhe, sagte Richmann nach Angaben des Nachrichtenmagazins auf einer Branchen-Veranstaltung. Die Preisexplosion an der Leipziger Strombörse (EEX) von rund 32 Euro pro Megawattstunde im Vorjahr auf inzwischen rund 43 Euro seien durch "sachliche Gründe nicht zu rechtfertigen, sondern das Resultat des für die Wirtschaft äusserst schädlichen Oligopols in der Stromwirtschaft".
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Auch andere Stromexperten vermuteten seit längerem, dass die vier grossen Versorger E.ON, RWE Vattenfall und EnBW die Strommengen künstlich verknappten und mit gezielten Zu- und Verkäufen die Preise nach oben zu treiben, schreibt "Der Spiegel". Die Energieversorger haben diese Vorwürfe vehement bestritten.
Richmann hält Argumente der Stromkonzerne, die den Preisanstieg auf höhere Öl- und Gaspreise zurückführen, für vorgeschoben. In Deutschland würden nicht einmal 11 Prozent des Stroms aus Gas und Öl gewonnen. Bei Kernkraft (30 Prozent), Braunkohle (27 Prozent) und den durch langfristige Lieferverträge abgesicherten Steinkohlekraftwerken (22 Prozent) gebe es hingegen keine nennenswerten Kostensteigerungen.
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