Spanien lässt erstmals Atomkraftwerk vollständig abbauen
Guadalajara - Spanien lässt zum ersten Mal ein Atomkraftwerk vollständig abbauen. Der vor rund vier Jahren stillgelegte Reaktor bei Almonacid de Zorita im Osten von Madrid soll bis 2015 vollständig verschwunden sein. "Danach wird die Landschaft wieder so aussehen, wie sie vor dem Bau des Kraftwerks ausgesehen hatte", sagte ein Manager der - mit der Demontage beauftragten - Firma Enresa.
Die am Donnerstag eingeleiteten Arbeiten sollen etwa 135 Millionen Euro kosten. 4000 Tonnen von schwach radioaktiven Materials sollen in eine Lagerstätte bei Córdoba nach Südspanien gebracht werden. 30 Tonnen von stark radioaktiv belasteten Materialen sind für ein Endlager bestimmt, über dessen Standort die spanische Regierung noch entscheiden muss.
Der 1968 vom damaligen Diktator Francisco Franco eingeweihte Reaktor war das älteste und zuletzt mit einer Kapazität von 150 Megawatt das mit Abstand kleinste Kernkraftwerk in Spanien. Die Schließung war 2002 von der damaligen konservativen Regierung von Ministerpräsident José María Aznar angeordnet worden, nachdem die Anlage wiederholt wegen technischer Probleme in die Schlagzeilen geraten war.
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