Sonnenenergie: Anlagen für Warmwasser und Heizung sind ausgereift
Viel verkehrt machen können sie dabei nach Ansicht der Warentester nicht: Bei einem Test von zwölf auf den Warmwasserbedarf einer vierköpfigen Familie abgestimmten Solarpaketen schnitten zehn mit "gut" oder sogar "sehr gut" ab ("test" Ausgabe 3/2008). Das sei ein klarer Beweis dafür, dass die Solartechnik inzwischen ausgereift sei und zuverlässig für warmes Wasser sorge.
Herzstück einer thermischen Solaranlage sind Solarkollektoren: Diese sammeln Sonnenlicht und wandeln es in sogenannten Absorbern in Wärme um. "Unterschieden wird zwischen Flachkollektoren und teureren, aber auch effizienteren Vakuum-Röhren-Kollektoren", erläutert Udo Wirges vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) in Sankt Augustin (Nordrhein-Westfalen).
Zur Warmwasserbereitung mit Sonnenenergie genüge für einen Vier-Personen-Haushalt eine Kollektorfläche von etwa 6 Quadratmetern Flachkollektoren oder zirka 4 Quadratmetern Vakuumröhren. Soll mit der Sonne auch geheizt werden, sollte mindestens eine Kollektorenfläche von 16 Quadratmetern Flachkollektoren oder 12 Quadratmetern Vakuumröhren zum Einsatz kommen.
"Am einfachsten ist die Montage der Kollektoren auf einem geneigten Dach, oberhalb der Ziegelebene oder anstelle der Ziegel", erklärt Richard Harnisch vom Bundesverband Solarwirtschaft in Berlin. Für Flachdächer gebe es Montagegestelle. In die Fassade lassen sich die Kollektoren entweder geneigt als Vordach mit Sonnen- und Wetterschutzfunktion oder integriert montieren.
"Den höchsten Solarertrag bringen Solarkollektoren bei exakter Südausrichtung, doch sind auch andere Himmelsrichtungen problemlos möglich", sagt Harnisch. Eine Ausrichtung nach Südwest oder Südost reduziert den Ertrag allerdings um zirka fünf Prozent, nach Westen und Osten um etwa zehn Prozent.
Um die mit den Kollektoren eingefangene Wärme zu speichern, benötigt eine Solarthermieanlage einen ausreichenden Speicher. "Ein Solarspeicher unterscheidet sich von klassischen Speichern in zweifacher Hinsicht", erklärt Beckmann. Erstens seien diese Speicher meist vergleichsweise groß, um für trübe Tage einen Vorrat anlegen zu können. Zweitens lasse sich das Trinkwasser im Inneren des Speichers über zwei Rohrschlangen erwärmen: Unten durch die solar erhitzte Wärmeträgerflüssigkeit und bei Bedarf oben im Bereitschaftsteil durch Wasser vom Heizkessel.
Ein Wermutstropfen bei Solaranlagen, die mit Hilfe von Solarkollektoren das Warmwasser erwärmen und die Heizung unterstützen, bleibt allerdings: Sie allein machen das Haus nicht unabhängig von anderen Heizsystemen. Solaranlagen für die Warmwasserbereitung erfüllen ihren Job nur im Sommer. Im Winterhalbjahr muss die Anlage vom Heizkessel unterstützt werden.
Die mögliche Energieeinsparung durch eine Solarthermische Anlage beläuft sich nach Angaben des ZVSHK auf 40 bis 60 Prozent, bezogen auf die Warmwasserbereitung für ein Haus mit 150 Quadratmetern und vier Personen. "Wird eine Heizungsunterstützung durch Solarthermie realisiert, kann die Energieeinsparung bis zu 20 Prozent betragen", rechnet Udo Wirges vor.
Die Kosten für eine Solarthermische Anlage unterscheiden sich nach Art und Umfang der Anlage. Als Richtwert für eine durchschnittliche Anlage mit fünf Quadratmetern Kollektorfläche und einem 300-Liter-Warmwasser-Speicher nennt Wirges einen Betrag von 5000 Euro. Wenn die Anlage auch die Heizung unterstützen soll, sei die zwei- bis dreifache Kollektorfläche nötig. Auch das Speichervolumen müsse erhöht werden. Der Richtpreis liege dann bei etwa 8500 bis 9500 Euro.
Hausbesitzer und Bauherren können jedoch verschiedene Förderungen beantragen. Unter anderem gibt es eine Basisförderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn im Rahmen des Marktanreizprogramms. Sie beträgt 105 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche. Bei 15 Quadratmetern Kollektorfläche sind das immerhin 1575 Euro.
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