Solarhaus: Neues Eigenheim wird nur durch die Sonne beheizt

dpa | 19.10.2005
Bild: Stromleitungen



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Kappelrodeck(dpa) - Die Bewohner des modern gestalteten Einfamilienhauses im badischen Kappelrodeck (Ortenaukreis) müssen sich ganz auf die Kraft der Sonne verlassen. In der knapp 5800 Einwohner zählenden Gemeinde wird derzeit ein Haus gebaut, das ausschliesslich mit Sonnenenergie beheizt werden soll. Zusätzliche Möglichkeiten der Wärmeerzeugung stehen nicht zur Verfügung. Gerold Weber, der das Solarhaus entwickelt hat, spricht von einem bundesweit einmaligen Projekt.

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"Wir wollen zeigen, was die Solartechnik alles kann", sagt Weber. "Wir haben jedes Detail durchgeplant und sind sicher, dass es funktioniert." Es habe bereits ähnliche Versuche gegeben, bei denen allerdings eine zusätzliche Wärmepumpe eingebaut worden sei. Das 160 Quadratmeter grosse Haus in Kappelrodeck soll im Gegensatz zu den bisher gebauten Gebäuden jedoch ganz ohne Nachheizmöglichkeit funktionieren. Ein Risiko, wie der Spezialist für Solartechnik zugibt: "Ob es wirklich funktioniert, werden wir erst sehen, wenn die Leute darin wohnen."

Die Eckpfeiler des Hauses sind Sonnenkollektoren auf einer Fläche von 104 Quadratmetern, ein Solarspeicher mit 42 000 Litern Fassungsvermögen sowie eine überdurchschnittliche Wärmedämmung. Die Sonnenkollektoren werden auf dem Süddach und einem Terrassengeländer montiert. Der Wasserspeicher hat einen Durchmesser von 3,30 Meter und reicht mit seinen acht Metern Höhe vom Keller bis zum Dach. Das Haus soll 2800 Kilowattstunden umweltfreundlichen Strom pro Jahr produzieren.

Als ganz entscheidend sieht Weber die Isolierung des Hauses an: "Wände und Dach sind mit 30 Zentimeter starkem Dämmelement versehen, üblich sind sonst 12 bis 16 Zentimeter. Ausserdem dürfen die Ritzen im Haus, einschliesslich der Schlüssellöcher, nicht grösser als ein Fünfmarkstück sein." Auch die dreifach verglasten Fenster sollen zu einer winddichten Hülle beitragen.

"Das Solarhaus soll konsequent ökologisch sein und einen hohen Wohnkomfort bieten", betont der neue Eigentümer Harald Schelske, der sich seinen Traum vom umweltschonenden Wohnen verwirklichen will. Dazu passt auch, dass die Nordseite seines neuen Hauses mit Pflanzen begrünt werden soll. Welche Kosten auf ihn zukommen werden, ist allerdings noch unklar. Da es sich um einen Prototyp handele, werde sich dies erst im Laufe der Bauzeit zeigen.

"Natürlich ist es im Vergleich zu herkömmlichen Häusern wesentlich teurer. Dafür verursacht es später keine Energiekosten", sagt Solarexperte Weber. Ziel sei der Beweis, dass ein Heizen nur mit Solarenergie möglich ist. Häuser mit Sonnenkollektoren würden bisher für gewöhnlich nur etwa 10 bis 20 Prozent ihres Energiebedarfs über die Solartechnik abdecken.

"Das Haus soll ein Signal sein", unterstreicht Weber, der im nahen Achern ein Unternehmen für Solartechnik betreibt. Im April oder Mai kommenden Jahres werde das Haus bezugsfertig sein. Im Sommer sollen dann die Wärmespeicher aufgefüllt werden. Mit Beginn der kalten Jahreszeit werde sich dann zeigen, ob die Sonnenenergie tatsächlich ausreicht: "Wir hoffen, dass es immer genügend Wärme und ausreichend warmes Wasser gibt", sagt der Entwickler des Solarhauses. Falls dies nicht der Fall sei, müsse das Haus nachgerüstet werden.



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