Skype-Gründer verklagen ebay wegen eines Technologiestreits
New York - Der Internettelefonie-Dienst Skype ist wegen eines Technologiestreits von seinen einstigen Gründern verklagt worden. Dem Online-Auktionshaus ebay drohen damit Probleme beim eben erst verkündeten milliardenschweren Verkauf der Skype-Mehrheitsanteile an eine Investoren-Gruppe. Die Kläger fordern zudem Schadenersatz in Höhe von 75 Millionen Dollar für jeden Tag ohne eine Einigung in dem Konflikt.
Die zwei skandinavischen Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis reichten ihre Klage am Mittwoch über ihre heutige Firma Joltid vor einem kalifornischen Gericht ein. Sie werfen Skype, ebay und den Investoren eine Verletzung des Urheberrechts durch Skype vor.
Joltid besitze eine von Skype genutzte Technologie und habe die Lizenz dafür bereits im März beendet. Deswegen streiten sich beide Seiten bereits vor einem Gericht in Großbritannien. Bei Skype können Nutzer via Internet telefonieren und sich Kurznachrichten schicken.
Ebay konterte die Vorwürfe: "Die Klage hat keine Aussicht auf Erfolg", so ein Sprecher. Sie basiere auf fundamentalen rechtlichen und inhaltlichen Irrtümern. Der Abschluss des Verkaufs der Skype-Mehrheit bis Jahresende liege im Zeitplan. Zudem hatte ebay bereits angekündigt, als Ersatz für die Joltid-Technologie an einer eigenen Lösung zu arbeiten. Ein Joltid-Sprecher sagte US-Medien, das Unternehmen werde seine Urheberrechte energisch durchsetzen.
Erst Anfang des Monats hatte ebay bekanntgegeben, 65 Prozent von Skype für rund 1,9 Milliarden Dollar in bar an eine Gruppe rund um den Internet-Pionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen zu verkaufen. Insgesamt wird Skype dabei mit 2,75 Milliarden Dollar bewertet.
Für ebay ist es daher ein Verlustgeschäft: Der Internet-Konzern hatte Skype im Jahr 2005 für 2,6 Milliarden Dollar den zwei Gründern abgekauft, der Endpreis kletterte später durch Boni auf über drei Milliarden Dollar. Die Gründer verließen Skype zwei Jahre nach dem Verkauf.
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